Der heilige Ansgar – Apostel des Nordens
Der hl. Ansgar von Hamburg-Bremen gehört zu den bedeutenden Missionaren des frühen Mittelalters. Als Benediktinermönch kam er im 9. Jahrhundert in den Norden Europas und reiste nach Dänemark und Schweden, um dort den christlichen Glauben zu verkünden. Später wurde er erster Erzbischof von Hamburg und schließlich auch Bischof von Bremen. Wegen seines jahrzehntelangen Wirkens in Skandinavien erhielt er den Ehrennamen „Apostel des Nordens“. Sein Gedenk- und Namenstag ist der 3. Februar.
Von Corbie über Corvey in den Norden Europas
Ansgar wurde 801 in der Picardie im heutigen Frankreich geboren und trat früh in die Benediktinerabtei Corbie ein. Später wechselte er in das neu gegründete Kloster Corvey in Westfalen. Von dort begann sein eigentliches Missionsleben. Im Jahr 826 begleitete er den dänischen König Harald Klak nach Norden und wirkte anschließend in Dänemark. Wenige Jahre später führte ihn eine weitere Reise nach Schweden, wo er unter anderem in Birka tätig war.
Diese Reisen machten Ansgar zu einem der ersten bedeutenden christlichen Missionare Skandinaviens. Dabei verlief seine Arbeit keineswegs geradlinig: Politische Veränderungen, Überfälle und die Zerstörung kirchlicher Strukturen warfen seine Mission immer wieder zurück.
Hamburg als Ausgangspunkt der Nordmission
Im Jahr 831/832 wurde Ansgar zum ersten Erzbischof von Hamburg ernannt. Die neue Kirchenprovinz sollte Ausgangspunkt für die Mission im Norden werden. Papst Gregor IV. bestätigte seine Aufgabe und stattete ihn mit besonderen Vollmachten für die skandinavische Mission aus.
845 wurde Hamburg jedoch von Wikingern zerstört. Ansgar verlor dabei einen großen Teil der aufgebauten Infrastruktur und seiner Bibliothek. Dennoch gab er seine Arbeit nicht auf. Nach weiteren politischen Veränderungen wurde Hamburg schließlich mit Bremen verbunden; Ansgar wirkte fortan als Erzbischof von Hamburg-Bremen.
Warum nennt man Ansgar den „Apostel des Nordens“?
Der Beiname „Apostel des Nordens“ verweist auf Ansgars Missionsarbeit in Skandinavien. Besonders Dänemark und Schweden standen im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Anders als ein Apostel im biblischen Sinn gehörte Ansgar natürlich nicht zu den zwölf Aposteln Jesu; der Titel beschreibt vielmehr seine herausragende Rolle bei der frühen Christianisierung Nordeuropas.
Seine Mission war geprägt von wiederholten Rückschlägen. Gerade deshalb wurde seine Ausdauer zu einem zentralen Bestandteil seiner Erinnerung: Auch nach der Zerstörung Hamburgs und dem Verlust vieler zuvor aufgebauter Strukturen setzte Ansgar seine Arbeit fort.
Bischofsstab und Kirchenmodell – die Zeichen des Missionars
Als Erzbischof wird der hl. Ansgar traditionell in bischöflicher Kleidung mit Mitra und Bischofsstab dargestellt. Je nach Darstellung kann außerdem ein Kirchenmodell auf seine Rolle beim Aufbau kirchlicher Strukturen hinweisen.
Weitere Darstellungen greifen seine Missionsarbeit auf. Dadurch verbindet seine Ikonografie zwei Seiten seines Lebens: das Amt des Erzbischofs von Hamburg-Bremen und seine Tätigkeit als Glaubensbote in Skandinavien.
Ansgar und die Christianisierung Skandinaviens
Ansgars Tätigkeit führte ihn mehrfach nach Dänemark und Schweden. Besonders seine Reise nach Birka, einem wichtigen Handelszentrum im damaligen Schweden, wurde zu einem bekannten Teil seiner Lebensgeschichte. Dort konnte sich zeitweise eine kleine christliche Gemeinde entwickeln.
Die dauerhafte Christianisierung Skandinaviens erfolgte allerdings erst deutlich später. Ansgars Bedeutung liegt deshalb weniger darin, dass seine Mission unmittelbar ganz Skandinavien christianisierte, sondern darin, dass er frühe christliche Kontakte, Gemeinden und kirchliche Strukturen im Norden aufbaute.
Name und Namenstag des heiligen Ansgar
Der Name Ansgar ist germanischen Ursprungs. Er wird aus Bestandteilen für eine göttliche Macht beziehungsweise die Asen und für „Speer“ gebildet und häufig als „Speer Gottes“ oder „Götterspeer“ gedeutet. Historische Namensformen sind unter anderem Anscharius, Anskarius und Ansger.
Der Gedenk- und Namenstag des hl. Ansgar ist der 3. Februar, sein Todestag im Jahr 865. Ansgar starb nach längerer Krankheit in Bremen.
Der heilige Ansgar als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Ansgar zeigt ihn meist als Bischof und Missionar. Mitra und Bischofsstab erinnern an sein Amt in Hamburg-Bremen, während weitere Elemente seine Missionsarbeit im Norden aufgreifen können.
Eine Figur des hl. Ansgar eignet sich besonders als persönliche Namensfigur zum Namenstag am 3. Februar, zur Taufe oder Firmung. Durch seine Geschichte besitzt sie außerdem einen besonderen Bezug zu Hamburg, Bremen, Dänemark, Schweden und Skandinavien sowie zu Menschen, denen Mission und Glaubensweitergabe wichtig sind.