Der heilige Bonifatius – Apostel der Deutschen und Glaubensbote
Der hl. Bonifatius gehört zu den bedeutendsten Missionaren und Kirchenreformern des frühen Mittelalters. Geboren wurde er unter dem Namen Winfried in Wessex im heutigen England. Als Benediktinermönch entschied er sich für die Mission auf dem europäischen Festland und wirkte über Jahrzehnte besonders in Hessen, Thüringen und weiteren Gebieten des Frankenreichs. Seine Arbeit umfasste nicht nur die Glaubensverkündigung, sondern auch den Aufbau und die Neuordnung kirchlicher Strukturen. Deshalb erhielt er später den bekannten Ehrennamen „Apostel der Deutschen“.
Von Winfried zu Bonifatius
Bonifatius wurde vermutlich um 672/673 in Crediton in Wessex geboren. Schon in jungen Jahren trat er in ein Benediktinerkloster ein und erhielt eine umfassende geistliche Ausbildung. Sein ursprünglicher Name lautete Winfried beziehungsweise Wynfreth. Nach einem ersten Missionsversuch bei den Friesen reiste er nach Rom, wo Papst Gregor II. ihm einen Missionsauftrag erteilte und ihn unter dem Namen Bonifatius aussandte.
Die enge Verbindung zum Papsttum wurde für sein weiteres Wirken entscheidend. Bonifatius missionierte nicht lediglich als wandernder Prediger, sondern arbeitete zunehmend am Aufbau dauerhafter kirchlicher Strukturen.
Die Donareiche von Geismar als Zeichen eines Umbruchs
Eine der bekanntesten Geschichten über Bonifatius ist die Fällung der Donareiche bei Geismar im heutigen Hessen. Der Baum war mit der Verehrung des germanischen Gottes Donar verbunden. Bonifatius ließ die Eiche fällen und demonstrierte damit öffentlich seinen Anspruch, den christlichen Glauben an die Stelle der bisherigen religiösen Vorstellungen zu setzen.
Die Erzählung wurde zu einem der bekanntesten Bilder seiner Missionstätigkeit. Deshalb können Axt und Eiche in Darstellungen des hl. Bonifatius auf dieses Ereignis verweisen. Historisch steht die Episode zugleich für die tiefgreifenden religiösen Veränderungen, die seine Missionsarbeit begleitete.
Missionar und Organisator einer neuen Kirchenstruktur
Bonifatius' Bedeutung liegt nicht allein in seinen Missionsreisen. Er wirkte entscheidend an der Organisation und Reform der Kirche im östlichen Frankenreich mit. Er gründete beziehungsweise unterstützte Bistümer, berief Synoden ein und setzte sich für verbindlichere kirchliche Strukturen und eine engere Verbindung mit Rom ein. Katholisch.de charakterisiert ihn deshalb ausdrücklich als „Missionar und Reformer“.
Auch das später bedeutende Kloster Fulda entstand in seinem Umfeld. Bonifatius beauftragte seinen Schüler Sturmi mit der Gründung des Klosters, das sich zu einem wichtigen geistlichen Zentrum entwickelte und später zur Grabstätte des Heiligen wurde.
Buch, Axt und Bischofsstab – Zeichen seines Wirkens
Der hl. Bonifatius wird häufig als Bischof mit Mitra und Bischofsstab dargestellt. Ein Buch verweist auf die christliche Verkündigung und seine kirchliche Lehrtätigkeit. Besonders charakteristisch sind außerdem Axt und gefällte Eiche, die an die Überlieferung von Geismar erinnern.
Darstellungen seines Martyriums können zusätzlich ein durchbohrtes beziehungsweise beschädigtes Buch zeigen. Dieses Motiv nimmt eine Überlieferung auf, nach der Bonifatius beim Angriff auf seine Missionsgruppe ein Buch zum Schutz erhoben haben soll. Welche Attribute tatsächlich vorkommen, hängt von der jeweiligen künstlerischen Darstellung ab.
Die letzte Missionsreise nach Friesland
Auch im hohen Alter kehrte Bonifatius noch einmal zur Mission zurück. Im Jahr 754 reiste er nach Friesland. Bei Dokkum wurde er am 5. Juni gemeinsam mit zahlreichen Begleitern von einer bewaffneten Gruppe überfallen und getötet. Das heutige Martyrologium erinnert ausdrücklich an seinen Tod bei Dokkum als Bischof, Märtyrer und „Apostel der Deutschen“.
Sein Leichnam wurde schließlich nach Fulda gebracht und dort bestattet. Der Fuldaer Dom wurde dadurch zum bedeutendsten Erinnerungsort des hl. Bonifatius. Bis heute ist seine Verehrung besonders eng mit Fulda verbunden.
Verehrung in Fulda, Thüringen und darüber hinaus
Bonifatius wird besonders als Patron von Thüringen und England sowie verschiedener Bistümer verehrt. Katholisch.de nennt unter anderem die Bistümer Fulda und Erfurt. Sein Ehrenname „Apostel der Deutschen“ beschreibt darüber hinaus seine herausragende Bedeutung für die frühe Kirchengeschichte im heutigen Deutschland.
Sein Wirken verband Mission, Klostergründungen, Kirchenreform und die Orientierung der entstehenden kirchlichen Strukturen an Rom. Dadurch wurde Bonifatius zu einer Schlüsselfigur der europäischen Kirchengeschichte des 8. Jahrhunderts.
Name und Namenstag des heiligen Bonifatius
Der Name Bonifatius stammt aus dem Lateinischen und wird traditionell im Sinne von „der Gutes Tuende“ beziehungsweise „der gutes Geschick bringt“ gedeutet. Der Heilige selbst hieß ursprünglich Winfried und erhielt den Namen Bonifatius im Zusammenhang mit seinem päpstlichen Missionsauftrag.
Der Gedenk- und Namenstag des hl. Bonifatius ist der 5. Juni, sein Todestag im Jahr 754. Im deutschen Sprachgebiet besitzt dieser Gedenktag einen besonders hohen liturgischen Rang; im Bistum Fulda wird er als Hochfest gefeiert.
Der heilige Bonifatius als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Bonifatius erinnert an einen der bedeutendsten Glaubensboten des frühen Mittelalters. Je nach Darstellung verweisen Buch und Bischofsstab auf seine Verkündigung und sein kirchliches Amt, während Axt oder Eiche die berühmte Überlieferung von Geismar aufgreifen.
Die Figur eignet sich als persönliche Namensfigur für Bonifatius oder Winfried, zum Namenstag am 5. Juni, zur Taufe oder Firmung. Durch seine Geschichte besitzt sie außerdem einen besonderen Bezug zu Fulda, Thüringen, Hessen, Mission und kirchlicher Bildungsarbeit.