Der heilige Burkhart – erster Bischof von Würzburg
Der hl. Burkhart von Würzburg, auch Burkard oder Burchard genannt, gehört zu den wichtigen Gestalten der frühen Kirchengeschichte Frankens. Der angelsächsische Benediktinermönch arbeitete eng mit dem hl. Bonifatius zusammen und wurde 742 zum ersten Bischof des neu gegründeten Bistums Würzburg. Seine Aufgabe bestand nicht nur in der Glaubensverkündigung: Burkhart musste eine junge Diözese aufbauen, Gemeinden ordnen und dauerhafte kirchliche Strukturen schaffen. Sein Gedenktag wird in Würzburg am 14. Oktober gefeiert.
Von England an die Seite des Bonifatius
Burkhart wurde zwischen 683 und 700 in Südwestengland geboren und war Benediktinermönch. Später schloss er sich Bonifatius an, der in Hessen, Thüringen und Franken an der Mission und am Aufbau kirchlicher Strukturen arbeitete. Burkhart wurde zu einem engen Mitarbeiter und Weggefährten des später als „Apostel der Deutschen“ bekannten Missionars.
Um 740/741 gründete Burkhart das Kloster im heutigen Neustadt am Main und wurde dessen erster Abt. Kurz darauf übernahm er eine Aufgabe, die sein weiteres Leben prägen sollte: die Leitung des neuen Bistums Würzburg.
Ein neues Bistum braucht Strukturen
Im Jahr 742 wurde Burkhart von Bonifatius zum ersten Bischof von Würzburg eingesetzt beziehungsweise geweiht. Seine erste Bischofskirche war die Marienkirche auf dem heutigen Marienberg. Von dort aus begann er, das junge Bistum organisatorisch und seelsorglich aufzubauen.
Burkhart gründete Kirchen und Klöster, förderte die Ausbildung des Klerus und nahm an wichtigen Reichssynoden teil. Damit war er nicht nur regionaler Seelsorger, sondern in die kirchlichen und politischen Strukturen des fränkischen Reiches eingebunden.
Kilian und die Anfänge des christlichen Würzburg
Für die Würzburger Kirchengeschichte ist Burkharts Verbindung zu den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan besonders bedeutsam. Er ließ ihre Gebeine erheben und förderte ihre Verehrung als Patrone des jungen Bistums. Damit verband er die neue institutionelle Struktur der Diözese mit der älteren Missionsgeschichte Frankens.
Auch das von ihm gegründete Kloster St. Andreas, die spätere Kirche St. Burkard, wurde zu einem wichtigen Ort seines Nachwirkens. Dort werden heute seine Reliquien verehrt.
Schwert, Buch und Bischofsgewand in der Darstellung
Eure Holzfigur zeigt den hl. Burkhart mit Schwert. Im selben Südtiroler Figurentyp wird Burkhart als Bischof mit Mitra und reich gestaltetem Gewand dargestellt; eine Variante zeigt zudem ein Buch und ein Schwert.
Für Burkhart ist das Bischofsgewand historisch unmittelbar verständlich, da er der erste Bischof von Würzburg war. Das Schwert würde ich dagegen nicht als eindeutig überliefertes persönliches Heiligenattribut mit einer bestimmten Legende erklären. Bei eurer Figur dient es als charakteristisches Element der konkreten Schnitzdarstellung.
Vom Marienberg zur Kirche St. Burkard
Burkharts Wirken ist bis heute im Stadtbild Würzburgs sichtbar. Auf ihn geht die Gründung des Klosters St. Andreas am Fuß des Marienbergs zurück. Später wurde die Anlage nach ihm St. Burkard genannt. Seine Reliquien befinden sich heute in der gleichnamigen Kirche.
Damit verbindet sich sein Name unmittelbar mit den Anfängen des Bistums Würzburg und mit der Entwicklung der Stadt zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum Frankens.
Verehrung und Schutz bei körperlichen Beschwerden
In der Volksfrömmigkeit wird Burkhart besonders bei Gelenkkrankheiten und Rheumatismus sowie bei Stein-, Nieren- und Lendenbeschwerden angerufen. Diese Patronatstradition ist sowohl für Würzburg als auch in überregionalen Heiligenverzeichnissen dokumentiert.
Seine Verehrung besitzt damit neben der historischen Bedeutung als erster Würzburger Bischof auch eine lange Tradition als persönlicher Fürsprecher bei körperlichen Leiden.
Name und Gedenktag des heiligen Burkhart
Der Name Burkhart/Burkhard ist germanischen Ursprungs. Die Namensbestandteile werden mit „Burg, Schutz“ und „stark, kühn“ verbunden und lassen sich sinngemäß als „starker Beschützer“ verstehen.
Burkhart starb nach der älteren Lebensbeschreibung am 2. Februar 755. Sein liturgischer Gedenktag im Bistum Würzburg ist jedoch der 14. Oktober. Dieser Tag erinnert an die spätere Übertragung seiner Gebeine in das von ihm gegründete Kloster, das fortan seinen Namen trug.
Der heilige Burkhart als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Burkhart mit Schwert erinnert an den ersten Bischof von Würzburg und einen engen Mitarbeiter des hl. Bonifatius. Bischöfliche Kleidung verweist auf sein Amt, während das Schwert eure konkrete Darstellung besonders prägnant macht.
Eine Figur des hl. Burkhart eignet sich als persönliche Namensfigur für Burkhart, Burkhard oder Burkard, etwa zum Gedenktag, zur Taufe oder Firmung. Besonders stark ist ihr Bezug zu Würzburg, Franken und den frühen Anfängen des Bistums Würzburg.