Der heilige Dominikus – Gründer des Dominikanerordens
Der hl. Dominikus von Guzmán war Priester, Prediger und Gründer des Dominikanerordens. Um 1170 im spanischen Caleruega geboren, widmete er sein Leben der Glaubensverkündigung und erkannte früh, dass überzeugende Predigt eine fundierte Bildung voraussetzt. Aus einer kleinen Gemeinschaft von Predigern entstand der Orden der Prediger – Ordo Praedicatorum, dessen Mitglieder als Dominikaner bekannt wurden. Papst Honorius III. bestätigte die Gemeinschaft 1216. Dominikus starb 1221 in Bologna; sein Gedenk- und Namenstag ist der 8. August.
Bücher verkaufen, um Hungernden zu helfen
Dominikus studierte in Palencia Theologie und Philosophie. Während einer Hungersnot soll er seine wertvollen Bücher verkauft haben, um mit dem Erlös Menschen in Not zu unterstützen. Diese Episode wurde zu einem charakteristischen Motiv seiner frühen Lebensgeschichte: Wissen besaß für Dominikus großen Wert, durfte für ihn aber nicht wichtiger werden als der konkrete Mensch.
Später wurde er Kanoniker an der Kathedrale von Osma und zum Priester geweiht. Reisen mit seinem Bischof brachten ihn schließlich nach Südfrankreich, wo er unmittelbar mit den religiösen Auseinandersetzungen seiner Zeit konfrontiert wurde.
Predigen mit Argumenten und persönlichem Beispiel
In Südfrankreich begegnete Dominikus der weit verbreiteten katharischen beziehungsweise albigensischen Bewegung. Er kam zu der Überzeugung, dass Prediger Menschen nicht nur durch Autorität erreichen konnten. Sie mussten gut ausgebildet sein und ihre Botschaft auch durch den eigenen Lebensstil glaubwürdig machen.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich das Grundprofil seiner späteren Gemeinschaft: Studium sollte der Predigt dienen, Predigt wiederum der Glaubensvermittlung. Papst Benedikt XVI. hob gerade die Verbindung von fundierter theologischer Bildung, Armut, gemeinschaftlichem Leben und Wanderpredigt als charakteristisch für Dominikus und den Predigerorden hervor.
Vom kleinen Predigerkreis zum Dominikanerorden
1215 formierte sich in Toulouse eine feste Gemeinschaft um Dominikus. Weil das Vierte Laterankonzil die Gründung völlig neuer Ordensregeln einschränkte, wählten die Brüder die Regel des hl. Augustinus als Grundlage ihres gemeinschaftlichen Lebens. Am 22. Dezember 1216 bestätigte Papst Honorius III. die Gemeinschaft kirchlich; 1217 wurde ihr Predigtauftrag weiter konkretisiert.
Dominikus traf anschließend eine für die Entwicklung des Ordens entscheidende Entscheidung: Statt seine wenigen Brüder an einem Ort zusammenzuhalten, sandte er sie in bedeutende Städte und Universitätszentren wie Paris und Bologna. Dort sollten sie studieren, predigen und neue Gemeinschaften aufbauen.
Hund mit Fackel, Stern und Lilie – die Zeichen des Dominikus
Dominikus besitzt eine ungewöhnlich reiche Ikonografie. Zu seinen bekannten Attributen gehören Buch, Lilie, Stern, Kreuz, Rosenkranz sowie ein schwarz-weißer Hund mit brennender Fackel.
Der Hund mit Fackel geht auf eine spätere Überlieferung über einen Traum seiner Mutter vor seiner Geburt zurück: Sie soll einen Hund gesehen haben, der mit einer brennenden Fackel die Welt erleuchtete. Der Stern wird ebenfalls mit einer frühen Legende über Dominikus verbunden. Die Lilie steht für Reinheit, während das Buch besonders gut zu seiner Verbindung von Studium und Predigt passt.
Dominikus und der Rosenkranz
Der Rosenkranz gehört heute zu den verbreiteten Attributen des hl. Dominikus, und die dominikanische Tradition spielte später eine wichtige Rolle bei seiner Verbreitung. Historisch sollte jedoch nicht vereinfacht behauptet werden, Dominikus habe den Rosenkranz in seiner heutigen Form persönlich „erfunden“. Seine Verbindung mit dem Rosenkranz entwickelte sich in der späteren Ordens- und Frömmigkeitsgeschichte.
Für eine Heiligenfigur bleibt der Rosenkranz dennoch ein verständliches Zeichen der dominikanischen Gebets- und Marienfrömmigkeit.
Studium als Vorbereitung auf die Predigt
Dominikus wollte, dass seine Brüder gründlich ausgebildet waren. Er schickte sie gezielt in die entstehenden europäischen Universitätsstädte und verband theologisches Studium unmittelbar mit ihrem Predigtauftrag. Benedikt XVI. bezeichnete Studium ausdrücklich als einen der Werte, denen Dominikus für den Erfolg der Evangelisierung besondere Bedeutung gab.
Dadurch unterschied sich der neue Orden von einer ausschließlich klösterlich abgeschiedenen Lebensform. Dominikaner sollten beten und gemeinschaftlich leben, aber zugleich hinausgehen, lehren und öffentlich predigen.
Bologna und das bleibende Erbe des Ordensgründers
Dominikus starb am 6. August 1221 in Bologna. Sein Grab befindet sich in der dortigen Basilika San Domenico. Bereits 1234 sprach Papst Gregor IX. ihn heilig.
Der von ihm gegründete Predigerorden entwickelte sich rasch zu einer der bedeutenden Ordensgemeinschaften Europas. Predigt, Studium und Glaubensvermittlung prägen das dominikanische Selbstverständnis bis heute.
Name und Namenstag des heiligen Dominikus
Der Name Dominikus stammt vom lateinischen Dominicus und bedeutet „dem Herrn gehörend“ beziehungsweise „zum Herrn gehörig“.
Der heutige katholische Gedenk- und Namenstag des hl. Dominikus ist der 8. August. Sein Todestag war der 6. August 1221; im Dominikanerorden wird der 8. August als Hochfest begangen.
Der heilige Dominikus als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Dominikus kann ihn mit Buch, Lilie, Rosenkranz, Stern oder dem charakteristischen Hund mit Fackel zeigen. Die Attribute greifen unterschiedliche Seiten seiner Verehrung auf: Studium und Predigt, Reinheit, Gebet und die Ausbreitung des Glaubens.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Dominikus besonders für Dominik, Dominikus oder Domingo, etwa zum Namenstag am 8. August, zur Taufe oder Firmung. Einen besonderen Bezug besitzt die Figur außerdem für Dominikaner und Dominikanerinnen, Ordensleute, Prediger sowie Menschen mit Verbindung zu Theologie und Glaubensvermittlung.