Der heilige Edwin – König und Wegbereiter des Christentums in Northumbria
Der hl. Edwin von Northumbria war einer der bedeutenden angelsächsischen Könige des frühen 7. Jahrhunderts. Nach Jahren im Exil gewann er um 616 die Herrschaft über Deira und Bernicia und entwickelte sich zu einem der mächtigsten Herrscher seiner Zeit. Einen entscheidenden Wendepunkt brachte seine Hinwendung zum Christentum: 627 ließ sich Edwin in York taufen und unterstützte anschließend die Mission in seinem Reich. Als er 633 in der Schlacht von Hatfield Chase fiel, wurde sein Tod später als Martyrium gedeutet. Sein Gedenk- und Namenstag ist der 12. Oktober.
Jahre des Exils vor dem Weg zum Königsthron
Edwin wurde um 585/586 als Sohn des Königs Ælle von Deira geboren. Nach dem Verlust der Herrschaft seiner Familie musste er schon früh seine Heimat verlassen und verbrachte viele Jahre an unterschiedlichen Königshöfen. Erst nach dem Tod seines Gegners Æthelfrith konnte Edwin zurückkehren und um 616 die Herrschaft über Deira und Bernicia übernehmen.
Diese lange Erfahrung des Exils macht Edwins Aufstieg besonders bemerkenswert: Bevor er selbst zu einem der mächtigsten Herrscher des angelsächsischen England wurde, hatte er über Jahre ohne eigenes Reich und unter ständiger politischer Unsicherheit gelebt.
Eine Königsehe öffnet den Weg zum Christentum
Edwin heiratete Æthelburg von Kent, die aus einer bereits christlichen Königsfamilie stammte. Zu ihrem Gefolge gehörte der Missionar Paulinus, der später Bischof von York wurde. Die Ehe brachte Edwin dadurch unmittelbar mit dem christlichen Glauben und der römischen Mission in England in Berührung.
Seine Entscheidung zur Taufe fiel nicht spontan. Die Überlieferung Bedas beschreibt Beratungen mit seinen Gefolgsleuten und eine längere Auseinandersetzung mit der neuen Religion. Gerade diese bewusste Entscheidung wurde später zu einem zentralen Bestandteil seines Heiligenbildes.
Die Taufe in York und ein neuer religiöser Kurs
Zu Ostern 627 wurde Edwin von Paulinus in York getauft. Die Taufe fand zunächst in einer eigens errichteten hölzernen Kirche statt. Anschließend begann Edwin mit dem Bau einer größeren steinernen Kirche, aus deren kirchlicher Tradition sich später das bedeutende Zentrum von York entwickelte.
Edwins Übertritt hatte politische und religiöse Folgen weit über seine eigene Person hinaus. Mitglieder seines Hofes ließen sich ebenfalls taufen, und Paulinus konnte seine Missionsarbeit in Northumbria und benachbarten Gebieten ausweiten. Damit wurde der König zu einem wichtigen Förderer der frühen Christianisierung Nordenglands.
Herrschaft, Ordnung und Sicherheit
Beda überliefert Edwin als einen Herrscher, unter dem Recht und öffentliche Sicherheit einen hohen Stellenwert besaßen. Seine politische Macht reichte zeitweise über Northumbria hinaus, und spätere Überlieferungen zählten ihn zu den mächtigsten angelsächsischen Königen seiner Epoche.
Dadurch verbindet sich sein Heiligenbild nicht allein mit der persönlichen Bekehrung, sondern auch mit der Vorstellung eines Königs, der politische Ordnung und religiöse Erneuerung miteinander verband.
Die Schlacht von Hatfield Chase
Edwins Herrschaft endete am 12. Oktober 633. Bei Hatfield Chase traf sein Heer auf eine Allianz aus Penda von Mercia und Cadwallon von Gwynedd. Edwin wurde in der Schlacht getötet; sein Reich zerfiel anschließend zunächst wieder in seine früheren Teilgebiete.
Da Penda Heide war und Edwin als christlicher König starb, entwickelte sich bald eine Märtyrerverehrung. Papst Gregor XIII. ließ Edwin später unter den englischen Märtyrern darstellen.
Krone und königliche Insignien in der Darstellung
Als König wird der hl. Edwin vor allem in königlicher Kleidung mit Krone dargestellt. Je nach künstlerischer Ausführung können Zepter, Reichsapfel, Schwert oder ein Buch hinzukommen. Diese Zeichen verweisen auf seine Stellung als angelsächsischer Herrscher beziehungsweise auf seine christliche Königswürde.
Anders als bei Christophorus oder Cornelius besitzt Edwin kein einzelnes, weithin bekanntes persönliches Attribut, das seine Identifikation allein ermöglicht. Für eine Holzfigur sind daher Name, Krone und weitere königliche Insignien besonders wichtig.
Von York nach Whitby – Orte seiner Verehrung
Nach seinem Tod entwickelte sich die Verehrung Edwins besonders im Norden Englands. Seine Tochter Eanflæd förderte später seinen Kult. Überlieferungen verbinden Teile seiner Reliquien mit York und Whitby, zwei bedeutenden Zentren der frühen nordenglischen Kirche.
Damit blieb Edwins Name eng mit jener Region verbunden, deren Christianisierung während seiner Herrschaft entscheidende Fortschritte gemacht hatte.
Name und Gedenktag des heiligen Edwin
Der Name Edwin stammt aus dem Altenglischen. Er wird gewöhnlich aus den Elementen für „Besitz/Wohlstand“ und „Freund“ gedeutet und sinngemäß als „reicher Freund“ beziehungsweise „Freund des Wohlstands“ verstanden.
Der Gedenk- und Namenstag des hl. Edwin von Northumbria ist der 12. Oktober, sein Todestag in der Schlacht von Hatfield Chase im Jahr 633.
Der heilige Edwin als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Edwin erinnert an den ersten christlichen König Northumbrias und an die frühe Christianisierung Nordenglands. Krone und königliche Insignien kennzeichnen seine weltliche Stellung, während sein Heiligenbild besonders durch Bekehrung, Taufe und Förderung der Mission geprägt ist.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Edwin besonders für Menschen mit dem Namen Edwin, beispielsweise zum Namenstag am 12. Oktober, zur Taufe oder Firmung. Seine Geschichte verbindet die Figur außerdem mit England, York, christlicher Königstradition und persönlicher Glaubensentscheidung.