Der heilige Eusebius – erster Bischof von Vercelli
Der hl. Eusebius von Vercelli gehört zu den bedeutenden Bischöfen des 4. Jahrhunderts. Auf Sardinien geboren und in Rom ausgebildet, wurde er um 345 zum ersten Bischof von Vercelli gewählt. Sein Leben fiel in eine Zeit heftiger theologischer Auseinandersetzungen um die Frage, wie das Verhältnis Jesu Christi zu Gott dem Vater zu verstehen sei. Eusebius verteidigte entschieden den Glauben des Konzils von Nicäa und nahm dafür jahrelange Verbannung in Kauf. Sein Gedenk- und Namenstag ist der 2. August.
Von Sardinien über Rom nach Vercelli
Eusebius wurde zu Beginn des 4. Jahrhunderts auf Sardinien geboren und kam noch als Kind mit seiner Familie nach Rom. Dort erhielt er eine umfassende Ausbildung und wurde Lektor der römischen Kirche. Um 345 wählte man ihn zum Bischof von Vercelli – dem ersten historisch zuverlässig belegten Bischof dieser norditalienischen Stadt.
Als Bischof beschränkte sich Eusebius nicht auf Verwaltung und Gottesdienst. Er förderte eine Form des gemeinschaftlichen Lebens seiner Geistlichen, bei der Gebet, Studium und pastoraler Dienst miteinander verbunden wurden. Benedikt XVI. hebt dieses Gemeinschaftsmodell als einen charakteristischen Beitrag Eusebius’ zur Entwicklung des kirchlichen Lebens hervor.
Mailand 355 – als Widerspruch Konsequenzen hatte
Zum entscheidenden Einschnitt wurde das Konzil von Mailand im Jahr 355. Kaiser Constantius II. verlangte dort die Verurteilung des Bischofs Athanasius von Alexandria, eines führenden Verteidigers des nizänischen Glaubens. Eusebius verweigerte seine Zustimmung und stellte sich damit offen gegen den kaiserlichen Willen.
Die Konsequenz war die Verbannung. Eusebius wurde zunächst nach Scythopolis in Palästina, später nach Kappadokien und schließlich in die ägyptische Thebaïs geschickt. Erst unter Kaiser Julian durfte er zurückkehren.
Nach dem Exil beginnt die Arbeit erneut
Nach seiner Freilassung nahm Eusebius 362 an der Synode von Alexandria teil. Anschließend setzte er sich weiter für die Wiederherstellung kirchlicher Einheit und gegen die arianische Lehre ein. Seine lange Verbannung hatte seine Position damit nicht grundlegend verändert.
Gerade darin liegt ein wesentlicher Teil seiner späteren Bedeutung: Eusebius steht für einen Bischof, der eine theologische Überzeugung auch dann vertrat, als daraus erhebliche persönliche Nachteile entstanden.
Das Buch als Zeichen von Lehre und Glaubensverteidigung
Die verbreitete Holzfigur zeigt den hl. Eusebius mit Buch, Mitra und Bischofsstab. Das Buch passt besonders zu seiner Rolle als gebildeter Bischof, kirchlicher Lehrer und Verteidiger des nizänischen Glaubens. Es sollte allerdings nicht so gedeutet werden, als verweise es auf ein einziges berühmtes Hauptwerk von Eusebius.
Von seinen Schriften ist nur ein kleiner Teil erhalten. Gerade deshalb steht das Buch bei der Figur besser allgemein für Lehre, Schriftkenntnis und bischöfliche Verkündigung als für einen bestimmten Text.
Vercelli und die Erinnerung an seinen ersten Bischof
Eusebius starb am 1. August 371 in Vercelli. Die Kirche begeht seinen Gedenktag am folgenden 2. August. Seine Bedeutung für Vercelli blieb außergewöhnlich stark: Sein Name ist bis heute eng mit der frühen Geschichte des dortigen Bistums verbunden.
Die spätere Tradition verehrte Eusebius teilweise auch als Märtyrer und erzählte von einem gewaltsamen Tod. Historisch sicherer ist jedoch seine lange Verfolgung und Verbannung wegen seines Widerstands gegen die arianische Kirchenpolitik; deshalb würde ich für eure Seite „Bischof und Glaubenszeuge“ stärker gewichten als „Märtyrer“.
Name und Gedenktag des heiligen Eusebius
Der Name Eusebius stammt aus dem Griechischen und bedeutet „der Gottesfürchtige“ beziehungsweise „der Fromme“. Als weitere Namensformen begegnen unter anderem Eusebio und Eusèbe.
Der Gedenk- und Namenstag des hl. Eusebius von Vercelli ist der 2. August. Eusebius selbst starb am 1. August 371.
Der heilige Eusebius als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Eusebius von Vercelli mit Buch zeigt ihn als Bischof und kirchlichen Lehrer. Mitra und Bischofsstab verweisen auf sein Amt, während das Buch seine Verbindung zu Glaubenslehre, Schriftkenntnis und der theologischen Auseinandersetzung seiner Zeit aufgreift. Genau dieses Motiv ist in der Grödner Schnitztradition als eigene Eusebius-Figur verbreitet.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Eusebius besonders für Eusebius oder Eusebio, beispielsweise zum Namenstag am 2. August, zur Taufe oder Firmung.