Der heilige Gebhard – Bischof von Konstanz und Gründer von Petershausen
Der hl. Gebhard von Konstanz gehörte zu den prägenden Bischöfen des Bodenseeraums im 10. Jahrhundert. Geboren wurde er 949 aus dem Geschlecht der Grafen von Bregenz. Nach seiner Ausbildung an der Domschule von Konstanz wurde er 979 zum Bischof von Konstanz erhoben. Besonders eng ist sein Name mit der Abtei Petershausen verbunden, die er 983 gründete und reich ausstattete. Gebhard starb am 27. August 995 und wurde in der Abteikirche von Petershausen beigesetzt.
Zwischen Bregenz und Konstanz
Gebhard entstammte dem Geschlecht der Grafen von Bregenz und erhielt seine geistliche Ausbildung in Konstanz. Die Domschule bereitete ihn auf eine kirchliche Laufbahn vor, die ihn schließlich an die Spitze des Bistums führte. Kaiser Otto II. erhob ihn 979 zum Bischof von Konstanz.
Damit stand Gebhard in einer Zeit an der Spitze des Bistums, in der kirchliche Reform, Klostergründungen und die enge Verbindung zwischen Kirche und Reich eine besonders große Rolle spielten.
Petershausen wird zu seinem bleibenden Werk
Das prägendste Projekt seiner Amtszeit war die Gründung der Abtei Petershausen im Jahr 983. Gebhard stattete das Kloster mit umfangreichem Besitz aus und schuf damit eine religiöse Gemeinschaft, die über Jahrhunderte für Konstanz und den Bodenseeraum Bedeutung besaß.
Gerade diese Stiftung erklärt auch die verbreitete Darstellung des Heiligen mit einem Kirchenmodell. Das Modell erinnert nicht allgemein an sein Bischofsamt, sondern ganz konkret an seine Rolle als Gründer und Förderer kirchlicher Einrichtungen.
Kirchenmodell und Buch in der Darstellung
Die verbreitete Südtiroler Figur zeigt den hl. Gebhard mit Kirche beziehungsweise mit Buch und Kirchenmodell. Das Kirchenmodell ist sein charakteristischstes Attribut und verweist unmittelbar auf die Stiftung von Petershausen.
Ein Buch kann zusätzlich seine Aufgabe als Bischof und kirchlicher Lehrer betonen. Zusammen mit Mitra und Bischofsstab entsteht damit eine Darstellung, die Leitung, Lehre und Klostergründung miteinander verbindet.
Pate des späteren Kaisers Otto III.
Gebhard war nicht nur regionaler Bischof. Bei der Taufe des späteren Kaisers Otto III. übernahm er nach der Überlieferung die Patenschaft. Diese Verbindung zeigt, wie eng kirchliche und politische Führung im Reich des 10. Jahrhunderts miteinander verflochten waren.
Seine Stellung reichte damit über das unmittelbare Bistum hinaus und brachte ihn in unmittelbare Nähe zum ottonischen Kaiserhaus.
Fürsorge für die Armen im Schwarzwald
Heilige.de hebt ausdrücklich hervor, dass Gebhard sich besonders um die armen Bewohner des Schwarzwaldes kümmerte. Damit ergänzt sich das Bild des Klostergründers und Bischofs um eine sozial ausgerichtete Seite seines Wirkens.
Seine Verehrung beruht deshalb nicht allein auf kirchlicher Organisation und Stiftungstätigkeit, sondern auch auf der Erinnerung an Fürsorge und Verantwortung gegenüber Bedürftigen.
Verehrung zwischen Konstanz und Vorarlberg
Gebhard starb am 27. August 995 und wurde in der Abteikirche von Petershausen beigesetzt. Seine Gebeine wurden später feierlich erhoben, unter anderem 1134 und 1259.
Bis heute besitzt Gebhard besonders im süddeutschen und österreichisch-schweizerischen Raum Bedeutung. Im Bistum Feldkirch wird sein Gedenktag am 27. August als Hochfest begangen; auch in Freiburg sowie den Diözesen Augsburg, Rottenburg-Stuttgart und St. Gallen besitzt er einen eigenen regionalen Platz im Kalender.
Name und Gedenktag des heiligen Gebhard
Der Name Gebhard ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet sinngemäß „der starke Geber“.
Der traditionelle Gedenk- und Namenstag des hl. Gebhard von Konstanz ist der 27. August. Im deutschen Regionalkalender sowie in mehreren Diözesen wird zusätzlich der 26. November gemeinsam mit dem hl. Konrad von Konstanz begangen. Für eure Collection würde ich klar den 27. August als Hauptdatum verwenden.
Der heilige Gebhard als Holzfigur
Eine Holzfigur des heiligen Gebhard mit Kirchenmodell greift unmittelbar sein wichtigstes historisches Vermächtnis auf: die Gründung von Petershausen. Das Kirchenmodell macht die Figur deutlich individueller als eine allgemeine Bischofsdarstellung. Südtiroler Schnitzfiguren werden ausdrücklich als „Hl. Gebhard mit Kirche“ beziehungsweise „Hl. Gebhard mit Buch und Kirchenmodell“ angeboten.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Gebhard besonders für Gebhard oder Gebhardt, etwa zum Namenstag am 27. August, zur Taufe oder Firmung. Durch seine Biografie besitzt die Figur außerdem einen starken Bezug zu Konstanz, Petershausen, Bregenz, Vorarlberg und dem Bodenseeraum.