Der heilige Heribert von Köln – vom Reichskanzler zum Erzbischof
Der hl. Heribert von Köln gehörte um das Jahr 1000 zu den einflussreichsten Kirchenmännern des Reiches. Um 970 in Worms geboren und an der dortigen Domschule sowie in der Abtei Gorze ausgebildet, machte er zunächst am Hof Ottos III. Karriere. 994 wurde Heribert Kanzler für Italien, 998 zusätzlich für Deutschland und 999 Erzbischof von Köln. Nach dem frühen Tod des Kaisers verlagerte sich der Schwerpunkt seines Wirkens: Heribert widmete sich verstärkt seinem Erzbistum, gründete die Abtei Deutz, reformierte Klöster und baute die Fürsorge für Arme und Notleidende aus. Er starb am 16. März 1021 und wurde in Deutz bestattet.
Als der Vertraute Ottos III. den Kaiser nach Hause brachte
Heribert stand Kaiser Otto III. besonders nahe und unterstützte dessen politische Vorstellungen einer Erneuerung des Reiches. Als Otto 1002 in Italien starb, übernahm Heribert eine außergewöhnliche Aufgabe: Er brachte den Leichnam des jungen Kaisers und die Reichsinsignien trotz erheblicher Schwierigkeiten über die Alpen zurück. Otto wurde schließlich seinem Wunsch entsprechend in Aachen beigesetzt.
Mit Ottos Nachfolger Heinrich II. war Heriberts Verhältnis zunächst angespannt. Sein politischer Einfluss nahm ab – für Köln begann damit jedoch eine besonders prägende Phase seines bischöflichen Wirkens.
Deutz wird zum bleibenden Ort seiner Erinnerung
Auf der gegenüberliegenden Rheinseite von Köln gründete Heribert zu Beginn des 11. Jahrhunderts ein Benediktinerkloster in Deutz. Er ließ dort eine außergewöhnliche Klosterkirche errichten und weihte sie noch selbst. Nach seinem Tod wurde Heribert in seiner Gründung bestattet.
Deutz entwickelte sich zum Mittelpunkt seiner Verehrung. Seine 1147 erhobenen Gebeine wurden später in einem kostbaren Heribert-Schrein beigesetzt, der bis heute erhalten ist.
Hilfe sollte die Menschen tatsächlich erreichen
Heriberts Wirken beschränkte sich nicht auf Kirchenpolitik und Klostergründungen. Während mehrerer Hungersnöte kamen zahlreiche Notleidende nach Köln. Der Erzbischof ließ Nahrung, Kleidung und Unterkünfte bereitstellen und entwickelte zugleich Strukturen, durch die Hilfen auch außerhalb der Stadt verteilt werden konnten.
Gerade diese organisierte Armenfürsorge gehört zu den bemerkenswertesten Seiten seiner Biografie. Sie zeigt Heribert nicht nur als mildtätigen Einzelnen, sondern als Bischof, der seine Verwaltungserfahrung nutzte, um soziale Not systematisch zu lindern.
Das Regenwunder prägt seine Verehrung bis heute
Eine der bekanntesten Überlieferungen erzählt von einer schweren Dürre im Kölner Raum. Nachdem Heribert Vorräte an die Bevölkerung verteilt hatte, rief er zu einer Bittprozession und zum Gebet um Regen auf. Wenig später soll der ersehnte Regen eingesetzt haben.
Diese Erzählung wurde zu einem festen Bestandteil seiner Verehrung. Heribert wird deshalb traditionell bei Trockenheit und um Regen angerufen; das Erzbistum Köln nennt ihn ausdrücklich als Patron für Regen.
Mitra und Bischofsstab kennzeichnen den Kölner Erzbischof
In der christlichen Kunst wird Heribert vor allem im bischöflichen Ornat dargestellt. Zu seinen überlieferten Attributen gehören Mitra, Pallium und Bischofsstab; charakteristisch sind außerdem Darstellungen, die sein Gebet um Regen aufgreifen.
Damit verbindet seine Ikonografie das Amt des Kölner Erzbischofs mit jener Legende, die seine Verehrung über Jahrhunderte besonders geprägt hat.
Vom Grab in Deutz zum kostbaren Heribert-Schrein
Heribert wurde unmittelbar nach seinem Tod verehrt. Bereits sein Nachfolger bezeichnete ihn als heilig. Am 30. August 1147 wurden seine Gebeine feierlich erhoben; später fanden sie Aufnahme in einem kostbaren Goldschrein.
Der Schrein und die Heribert-Kirchen in Köln-Deutz machen seine Verehrung bis heute sichtbar. Damit besitzt Heribert einen außergewöhnlich klaren geografischen Mittelpunkt: Köln-Deutz.
Name und Gedenktag des heiligen Heribert
Der althochdeutsche Name Heribert bedeutet „im Heer glänzend“. Als Namensformen werden unter anderem Herbert, Aribert, Bert, Harro und Herb geführt.
Der allgemeine Gedenk- und Namenstag des hl. Heribert von Köln ist der 16. März, sein Todestag. Im Erzbistum Köln wird zusätzlich beziehungsweise liturgisch besonders der 30. August begangen – zur Erinnerung an die Erhebung seiner Gebeine im Jahr 1147.
Der heilige Heribert von Köln als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Heribert von Köln erinnert an einen Erzbischof, dessen Leben ungewöhnlich viele Bereiche miteinander verbindet: höchste Reichspolitik am Hof Ottos III., die Leitung des Erzbistums Köln, die Gründung der Abtei Deutz und eine ausgeprägte Sorge für Menschen in Not.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Heribert besonders zum Namenstag am 16. März, zur Taufe oder Firmung. Einen zusätzlichen persönlichen Bezug besitzt die Figur für Menschen aus Köln, Deutz und dem Rheinland.