Der heilige Jakobus der Jüngere – Apostel mit Buch und Keule
Der hl. Jakobus der Jüngere gehört zu den zwölf Aposteln Jesu und wird im Neuen Testament als Jakobus, Sohn des Alphäus, genannt. Anders als bei Jakobus dem Älteren sind nur wenige persönliche Einzelheiten über ihn überliefert. Die kirchliche Tradition verband ihn später mit Jakobus dem „Kleinen“ und teilweise auch mit dem bedeutenden Jakobus der Jerusalemer Urgemeinde. Dadurch entstanden jene Überlieferungen, die bis heute seine Darstellung und Verehrung prägen. Besonders charakteristisch sind Buch und Keule beziehungsweise Tuchwalkerstange. Sein Gedenk- und Namenstag ist der 3. Mai.
Einer der Zwölf, über den die Evangelien nur wenig erzählen
Jakobus wird in den Apostellisten des Neuen Testaments ausdrücklich als Sohn des Alphäus genannt. Damit lässt er sich eindeutig vom anderen Apostel Jakobus unterscheiden, dem Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes. Über sein eigenes Wirken während des öffentlichen Lebens Jesu berichten die Evangelien darüber hinaus jedoch kaum etwas.
Gerade diese knappe biblische Überlieferung erklärt, warum sich seine spätere Heiligentradition stärker als bei Jakobus dem Älteren aus verschiedenen frühchristlichen Überlieferungssträngen entwickelte.
Eine alte Tradition verbindet mehrere Jakobus-Gestalten
Schon früh wurde Jakobus, der Sohn des Alphäus, mit dem in Markus erwähnten Jakobus dem Kleinen beziehungsweise Jüngeren in Verbindung gebracht. Zusätzlich identifizierte die westliche kirchliche Tradition ihn teilweise mit Jakobus, dem Bruder des Herrn, der nach Ostern eine führende Rolle in der Jerusalemer Gemeinde einnahm.
Diese Gleichsetzung ist historisch nicht eindeutig. Benedikt XVI. betonte ausdrücklich, dass die Frage, ob Jakobus der Sohn des Alphäus und Jakobus der Bruder des Herrn dieselbe Person waren, unter Fachleuten umstritten ist. Für die traditionelle Heiligenikonografie wurden die verschiedenen Überlieferungen dennoch über Jahrhunderte miteinander verbunden.
Buch und Keule machen seine Figur unverwechselbar
Die verbreitete Südtiroler Holzfigur des hl. Jakobus des Jüngeren zeigt ihn in einem einfachen Gewand mit Buch in der einen und Keule in der anderen Hand.
Das Buch verweist auf die kirchliche Tradition, die Jakobus mit Verkündigung und dem Jakobusbrief verbindet. Die Keule beziehungsweise Tuchwalkerstange erinnert dagegen an die traditionelle Martyriumsüberlieferung. Gerade dieses Attribut trennt seine Figur optisch sehr deutlich von Jakobus dem Älteren mit Jakobsmuschel und Pilgerstab.
Die Keule erinnert an eine dramatische Märtyrertradition
Nach einer späteren kirchlichen Überlieferung wurde Jakobus von der Tempelmauer gestürzt und anschließend mit einer Tuchwalkerstange beziehungsweise Keule erschlagen. Aus dieser Erzählung entwickelte sich sein charakteristisches Attribut.
Historisch gehört diese Todesüberlieferung allerdings zu jenem Jakobus der Jerusalemer Gemeinde, der traditionell mit dem Apostel identifiziert wurde. Für eine sachlich saubere Heiligenseite sollte deshalb von der Tradition oder Überlieferung gesprochen werden und nicht davon, dass diese Todesart beim Sohn des Alphäus zweifelsfrei historisch bewiesen sei.
Glaube soll im Handeln sichtbar werden
Mit Jakobus wird traditionell auch der Jakobusbrief des Neuen Testaments verbunden. Besonders prägend ist dort der Gedanke, dass christlicher Glaube nicht bei Worten stehenbleiben darf, sondern sich im konkreten Handeln und in der Sorge für Bedürftige zeigen soll. Benedikt XVI. hob genau diesen praktischen Charakter des Jakobusbriefes hervor.
Auch hier gilt: Die moderne Forschung setzt den Verfasser des Jakobusbriefes nicht ohne Weiteres mit Jakobus, dem Sohn des Alphäus, gleich. Für die kirchliche Verehrung gehört die Verbindung jedoch zur jahrhundertealten Tradition.
Handwerksberufe fanden in Jakobus einen Patron
Aufgrund der Tuchwalkerstange als Märtyrerattribut entwickelte sich eine besondere Verbindung zu handwerklichen Berufen. Jakobus wird traditionell unter anderem als Patron der Walker, Gerber, Hutmacher, Krämer sowie Pastetenbäcker und Konditoren verehrt.
Für eine moderne Shopseite würde ich davon besonders Walker, Gerber und Hutmacher hervorheben, weil diese Patronate unmittelbar mit seinem charakteristischen Attribut zusammenhängen.
Philippus und Jakobus teilen einen Festtag
Der hl. Jakobus der Jüngere wird in der katholischen Kirche am 3. Mai gemeinsam mit dem Apostel Philippus gefeiert. Vatican News führt beide ausdrücklich als Apostel am 3. Mai.
Damit unterscheidet sich sein Namenstag klar vom 25. Juli, dem Fest des Jakobus des Älteren. Für euren Heiligenkalender sollte daher eindeutig 3. Mai eingetragen werden.
Der heilige Jakobus der Jüngere als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Jakobus des Jüngeren mit Buch und Keule besitzt eine ganz andere Bildsprache als die bekannte Pilgerfigur seines Namensvetters. Während Jakobus der Ältere über Muschel und Pilgerstab mit Santiago verbunden ist, kennzeichnen Buch und Keule den Jüngeren innerhalb der traditionellen Apostelikonografie.
Als Namensfigur eignet sich der hl. Jakobus besonders für Jakob und Jakobus, etwa zum Namenstag am 3. Mai sowie zur Taufe oder Firmung. Durch seine historischen Patronate besitzt die Figur zudem einen besonderen Bezug zu verschiedenen traditionellen Handwerksberufen.