Der heilige Judas Thaddäus – Apostel und Helfer in schwierigen Anliegen
Der hl. Judas Thaddäus gehörte zu den zwölf Aposteln Jesu und wird in der christlichen Tradition besonders als Helfer in schweren und scheinbar aussichtslosen Situationen verehrt. Über sein Leben berichten die Evangelien nur wenige Einzelheiten; sicher ist jedoch seine Zugehörigkeit zum Apostelkreis. Um ihn von Judas Iskariot zu unterscheiden, wurde der Beiname Thaddäus besonders wichtig. Gemeinsam mit dem Apostel Simon wird Judas Thaddäus am 28. Oktober gefeiert.
Ein Apostel, dessen Name lange im Schatten eines anderen Judas stand
Dass Judas Thaddäus heute häufig mit seinem Beinamen genannt wird, hat einen einfachen Grund: Sein Vorname war derselbe wie der des Judas Iskariot, der Jesus verriet. Schon das Neue Testament unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen den beiden Personen. Benedikt XVI. betonte bei seiner Katechese über Judas Thaddäus ausdrücklich, dass er nicht mit Judas Iskariot verwechselt werden darf.
Diese Namensgleichheit trug vermutlich dazu bei, dass Judas Thaddäus lange weniger bekannt war als andere Apostel. Seine spätere Verehrung entwickelte sich dafür umso stärker.
Nur eine kurze Frage führt Judas direkt in das Johannesevangelium
Von Judas Thaddäus ist im Neuen Testament nur wenig persönliche Rede überliefert. Besonders bekannt ist eine Frage beim Letzten Abendmahl: Judas – ausdrücklich nicht Iskariot – fragt Jesus, warum er sich seinen Jüngern und nicht der Welt offenbaren wolle. Benedikt XVI. hob diese kurze Szene als wichtigen Hinweis auf den Apostel hervor.
Gerade weil so wenig über ihn bekannt ist, besitzen diese wenigen neutestamentlichen Spuren besonderes Gewicht.
Der Judasbrief ruft zum Festhalten am Glauben auf
Der neutestamentliche Kanon enthält einen kurzen Brief des Judas, der traditionell mit Judas Thaddäus in Verbindung gebracht wird. Benedikt XVI. weist darauf hin, dass dieser Brief den Christen Mut machen will, ihren Glauben auch in schwierigen Umständen nicht aufzugeben.
Diese Verbindung passt besonders gut zu seiner späteren Verehrung als Helfer in Situationen, in denen Menschen kaum noch einen Ausweg sehen.
Aus einem wenig bekannten Apostel wird der Heilige für schwierige Fälle
Heute gehört Judas Thaddäus gerade wegen seines Patronats zu den besonders intensiv angerufenen Heiligen. Gebete und Novenen wenden sich an ihn als Patron schwieriger, verzweifelter und scheinbar hoffnungsloser Anliegen. Diese Verehrung ist in der katholischen Frömmigkeit international weit verbreitet.
Für eure Seite ist dieser Bezug besonders wichtig, weil er sowohl die heutige Bedeutung des Heiligen als auch eine sehr klare Suchintention abbildet.
Keule, Beil und Christusbild prägen seine Darstellung
In der religiösen Kunst erscheint Judas Thaddäus mit unterschiedlichen Attributen. Besonders verbreitet sind Keule oder Beil als Hinweise auf seine traditionelle Märtyrerüberlieferung. Außerdem trägt er häufig ein Bild Christi beziehungsweise ein Medaillon mit dem Antlitz Jesu. Auch Buch oder Schriftrolle können auf den Judasbrief verweisen.
Welche dieser Attribute auf eurer konkreten Holzfigur sichtbar sind, sollten wir für Alt-Text und Produktbeschreibung exakt übernehmen.
Die Märtyrertradition verbindet Judas mit Simon
Judas Thaddäus wird liturgisch gemeinsam mit dem Apostel Simon gefeiert. Spätere Überlieferungen erzählen, beide hätten gemeinsam missioniert und schließlich den Märtyrertod erlitten. Die historischen Einzelheiten sind allerdings nicht sicher rekonstruierbar. Benedikt XVI. behandelt beide Apostel deshalb gemeinsam und betont zugleich, wie begrenzt die gesicherten biografischen Informationen sind.
Für die Heiligenseite sollte daher klar zwischen neutestamentlich bezeugter Apostelschaft und späterer Märtyrertradition unterschieden werden.
Der 28. Oktober verbindet Judas Thaddäus und Simon
Der katholische Gedenk- und Namenstag des hl. Judas Thaddäus ist der 28. Oktober. An diesem Tag wird er gemeinsam mit dem Apostel Simon gefeiert.
Für euren Heiligenkalender:
Hl. Judas Thaddäus – 28. Oktober
Der heilige Judas Thaddäus als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Judas Thaddäus erinnert an einen Apostel, dessen Verehrung bis heute besonders mit Hoffnung in schwierigen Situationen verbunden ist. Je nach Darstellung kennzeichnen ihn Keule oder Beil, Buch beziehungsweise Schriftrolle und das Bild Christi.
Als Namensfigur eignet sich Judas Thaddäus zum Namenstag am 28. Oktober, zur Taufe oder Firmung. Besonders persönlich ist die Figur außerdem für Menschen, die einen Heiligen für schwere Lebenssituationen, Sorgen oder einen neuen Hoffnungsschritt suchen. Seine heutige Verehrung als Patron schwieriger Anliegen macht diesen Bezug besonders unmittelbar.