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Hl. Juliane - Märtyrin von Nikomedien

Hl. Juliane - Märtyrin von Nikomedien

Hl. Juliane

Warum führt eine Heilige den Teufel an einer Kette? Die Antwort liegt in der Legende der Juliane von Nikomedien – einer frühchristlichen Märtyrin mit außergewöhnlicher Bildsprache.

Der besiegte Teufel zu ihren Füßen macht Juliane unverwechselbar. Ein außergewöhnliches Motiv aus der frühen christlichen Heiligentradition.

Wissenswertes zum Motiv

Hl. Juliane

Eine Heilige, die den Teufel an die Kette legt: Kaum ein Attribut erzählt eine Geschichte so unmittelbar wie bei Juliane von Nikomedien. Hinter diesem ungewöhnlichen Motiv steht die Überlieferung einer frühchristlichen Märtyrin, deren Verehrung bereits seit vielen Jahrhunderten bezeugt ist.

Gedenktag

16.02.

Bezug auf die Hl. Juliana von Nikomedien.

Schutzpatron

Patronin bei Entbindungen - gegen Infektionskrankheiten

Attribute

Teufel an der Kette, Märtyrerpalme, Märtyrerkrone; teilweise Buch, Lilie oder Kessel

Bedeutung

Julianes Bildsprache erzählt von der Überwindung von Versuchung und Bedrohung. Besonders der gefesselte Teufel macht diesen Gedanken unmittelbar sichtbar. Gleichzeitig gehört sie als Märtyrin zu jenen frühchristlichen Glaubenszeuginnen, deren Verehrung aus der Erinnerung an die Christenverfolgungen entstand.

Passender Anlass

Eine Juliane-Figur ist ein persönliches Geschenk zum Namenstag. Aufgrund ihres traditionellen Patronats kann sie außerdem im Zusammenhang mit Geburt und Mutterschaft gewählt werden.

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Hl. Juliane
Hl. Juliane Angebotab €141,00

Geschichte und Bedeutung

Hl. Juliane

Die heilige Juliane – Märtyrin von Nikomedien

Die heilige Juliane von Nikomedien gehört zu den Märtyrerinnen der frühen Kirche. Ihre Verehrung reicht weit zurück und war im Mittelalter besonders verbreitet. Die Überlieferung erzählt von einer jungen Frau, die sich gegen die Erwartungen ihrer Familie stellte und an ihrem christlichen Glauben festhielt. Eine ungewöhnliche Szene ihrer Legende prägt ihre Darstellung bis heute: Juliane bezwingt den Teufel und führt ihn an einer Kette.

Juliane wurde der Tradition zufolge um 285 in Nikomedien, dem heutigen İzmit in der Türkei, geboren. Sie wuchs in einer nichtchristlichen Familie auf, fühlte sich jedoch bereits früh zum Christentum hingezogen und nahm heimlich an Zusammenkünften der christlichen Gemeinde teil.

Ihr Vater hatte für sie eine Ehe mit Eleusius vorgesehen, der später ein hohes öffentliches Amt bekleidete. Juliane wollte der Verbindung nach der Überlieferung jedoch nur zustimmen, wenn ihr zukünftiger Ehemann Christ würde. Als sie an dieser Entscheidung festhielt, geriet sie schließlich selbst in die Verfolgung der Christen.

Die später entstandene Legende schildert ausführlich die Qualen, denen Juliane ausgesetzt gewesen sein soll. Historisch lassen sich diese Einzelheiten nicht zuverlässig überprüfen. Der Kern ihrer Verehrung liegt in ihrem Festhalten am christlichen Glauben und ihrem Martyrium zu Beginn des 4. Jahrhunderts. Nach der Überlieferung wurde sie schließlich enthauptet.

Besonders bemerkenswert ist eine weitere Episode ihrer Legende. Während ihrer Gefangenschaft soll ihr der Teufel in Gestalt eines Engels erschienen sein und versucht haben, sie von ihrem Glauben abzubringen. Juliane durchschaute die Täuschung, überwältigte ihn und fesselte ihn mit einer Kette. Daraus entwickelte sich eines der ungewöhnlichsten Attribute einer weiblichen Heiligen: Juliane erscheint in der Kunst mit einem Teufel beziehungsweise Drachen zu ihren Füßen oder an einer Kette.

Weitere Kennzeichen greifen ihr Martyrium auf. Dazu gehören Märtyrerpalme und Märtyrerkrone, teilweise auch ein Buch oder eine Lilie. Das Bistum Augsburg nennt außerdem Darstellungen mit einem Kessel. Gerade der bezwungene Teufel ermöglicht jedoch häufig eine klare Unterscheidung von anderen frühchristlichen Märtyrerinnen.

Im Mittelalter verbreitete sich die Verehrung Julianes weit über ihren ursprünglichen Kultort hinaus. Reliquien wurden zunächst in Cumae und später in Neapel verehrt. Besonders stark war ihre Verehrung zeitweise in den Niederlanden. Traditionell wurde Juliane als Fürsprecherin bei Entbindungen und gegen Krankheiten beziehungsweise Infektionskrankheiten angerufen.

Eine geschnitzte Juliane verbindet damit eine seltene Heiligengeschichte mit einer ausgesprochen markanten Bildsprache. Je nach Modell können Kette, Märtyrerpalme, Krone und die Gestalt zu ihren Füßen fein herausgearbeitet sein. Naturbelassene oder gebeizte Fassungen stellen stärker die Schnitzarbeit in den Mittelpunkt, während eine handbemalte Ausführung die einzelnen Attribute deutlicher voneinander abheben kann.

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