Der heilige Leopold – Markgraf, Klostergründer und Patron Österreichs
Der hl. Leopold III. von Österreich zählt zu den bedeutendsten Herrschergestalten der Babenbergerzeit. Ab 1095 regierte er als Markgraf von Österreich und verband politische Stabilität mit einer ausgeprägten Förderung von Kirche, Klöstern und Bildung. Besonders eng ist sein Name mit dem Stift Klosterneuburg verbunden, das unter seiner Herrschaft gegründet wurde. Auch das Stift Heiligenkreuz geht auf seine Förderung zurück. Leopold starb am 15. November 1136 und wurde 1485 heiliggesprochen. Heute wird er besonders als Patron von Österreich, Wien und Niederösterreich verehrt.
Klostergründungen wurden zu einem Teil seiner Herrschaft
Leopolds Frömmigkeit zeigte sich nicht nur im persönlichen Glauben, sondern auch in konkreten Stiftungen. In Klosterneuburg ließ er eine Kirche errichten und machte den Ort zu einem wichtigen politischen und religiösen Zentrum. 1133 übergab er das dortige Stift den Augustiner-Chorherren. Auch das Stift Heiligenkreuz und die Gründung von Klein-Mariazell werden mit seiner Herrschaft verbunden.
Damit wurde Leopold zu einem Herrscher, dessen politische Entwicklung des Landes eng mit Klosterwesen, Bildung und kirchlicher Organisation verbunden war.
Ein verlorener Schleier wird zum Ursprung einer berühmten Legende
Die bekannteste Leopoldlegende erzählt von einem Schleier seiner Frau Agnes, den ein Windstoß während ihrer Hochzeit davongetragen haben soll. Jahre später habe Leopold den Schleier unversehrt auf einem Holunderstrauch wiedergefunden und an dieser Stelle das Stift Klosterneuburg errichtet. Das Stift selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Legende handelt; ein als Schleierreliquie verehrtes Stoffstück wird dort bis heute aufbewahrt.
Aus dieser Erzählung entstand eines der charakteristischsten Bildmotive des Heiligen: Schleier und Holunderstrauch verweisen unmittelbar auf Klosterneuburg und seine Gründungslegende.
Leopold verzichtete auf die Königskrone
Im Jahr 1125 gehörte Leopold zu den angesehenen Kandidaten für die deutsche Königswahl. Er verzichtete jedoch auf die Kandidatur. Das Stift Klosterneuburg führt als Motiv an, dass er sich nicht in die politischen Wirren des Reiches hineinziehen lassen wollte.
Diese Episode prägte das spätere Bild des „milden“ und „frommen“ Herrschers: Leopold erscheint weniger als expansiver Machtpolitiker denn als Markgraf, der Stabilität und den Ausbau seines eigenen Landes in den Mittelpunkt stellte.
Seine Familie verband die Babenberger mit den großen Dynastien Europas
Leopold war mit Agnes, der Tochter Kaiser Heinrichs IV., verheiratet. Aus der Ehe gingen zahlreiche Kinder hervor, darunter Otto von Freising, einer der bedeutenden Geschichtsschreiber und Bischöfe des 12. Jahrhunderts, sowie Konrad, der später Erzbischof von Salzburg wurde.
Die Ehe stärkte zugleich die politische Stellung der Babenberger und verband Leopold unmittelbar mit den großen Herrscherfamilien des mittelalterlichen Reiches.
Kirchenmodell, Fahne und Markgrafenhut prägen seine Darstellung
Der hl. Leopold wird traditionell in fürstlicher Kleidung mit Markgrafenhut, Fahne und Kirchenmodell dargestellt. Auch der Holunderstrauch mit Schleier gehört zu seinen klassischen Attributen.
Das Kirchenmodell erinnert besonders an seine Rolle als Stifter von Klosterneuburg und anderen kirchlichen Einrichtungen. Fahne und Markgrafenhut kennzeichnen dagegen den weltlichen Herrscher. Dadurch verbindet seine Darstellung Landesherrschaft und Klostergründung in einem Motiv.
Aus dem Markgrafen wird der Landespatron
Leopold wurde am 6. Januar 1485 durch Papst Innozenz VIII. heiliggesprochen. Seine Verehrung wuchs besonders in Österreich weiter. Seit 1663 gilt er als National- beziehungsweise Landespatron; heute wird er besonders als Patron von Wien und Niederösterreich verehrt und gemeinsam mit dem hl. Florian auch mit Oberösterreich verbunden.
Sein Grab im Stift Klosterneuburg entwickelte sich früh zu einem Wallfahrtsort und blieb das Zentrum seiner Verehrung.
Leopoldi verbindet Heiligenfest und österreichisches Brauchtum
Der 15. November wird in Österreich als Leopoldi begangen. Besonders in Klosterneuburg verbinden sich kirchliche Feierlichkeiten mit einem traditionellen Markt und dem bekannten Fasslrutschen über das große Tausendeimerfass des Stiftes.
In Wien und Niederösterreich besitzt der Leopolditag bis heute besondere regionale Bedeutung. Damit ist der Gedenktag weit mehr als ein historischer Kalendertermin und gehört zum lebendigen Brauchtum rund um den Landespatron.
Der 15. November erinnert an Leopold III.
Der katholische Gedenk- und Namenstag des hl. Leopold ist der 15. November, sein Todestag im Jahr 1136. Im Erzbistum Wien und im Bistum St. Pölten wird sein Fest besonders hochrangig gefeiert.
Hl. Leopold III. von Österreich – 15. November
Der heilige Leopold als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Leopold zeigt einen der wichtigsten österreichischen Landesheiligen. Markgrafenhut, Fahne und besonders das Kirchenmodell erinnern an den Herrscher und Klostergründer, während Schleier und Holunderstrauch auf die bekannte Gründungslegende von Klosterneuburg verweisen.
Die Figur eignet sich als Namensfigur für Leopold, Leo, Poldi oder Luitpold, besonders zum Namenstag am 15. November. Einen starken persönlichen Bezug besitzt sie außerdem für Menschen aus Österreich, Wien und Niederösterreich, für Menschen mit Verbindung zu Klosterneuburg sowie als religiöses Geschenk rund um kirchliche oder regionale Anlässe.