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Hl. Martina - Märtyrin von Rom

Hl. Martina - Märtyrin von Rom

Hl. Martina

Nur wenige historische Spuren führen zu Martina selbst. Umso deutlicher lässt sich verfolgen, wie ihre Verehrung vom frühen Christentum bis in das barocke Rom weitergetragen wurde.

Ihr Leben liegt weitgehend im Dunkel der Geschichte. Geblieben ist eine römische Märtyrertradition, die den Namen Martina über Jahrhunderte bewahrte.

Wissenswertes zum Motiv

Hl. Martina

Ihre Biografie verliert sich im frühen Rom, ihre Verehrung dagegen nicht. Martina wurde über Jahrhunderte als Märtyrin erinnert und erhielt im barocken Rom neue Aufmerksamkeit – ein Beispiel dafür, wie Heiligentraditionen lange Zeiträume überdauern können.

Gedenktag

30.01.

Schutzpatron

Märtyrin von Rom • Namenspatronin für Martina

Attribute

Märtyrerpalme • Löwe • teilweise Schwert

Bedeutung

Martina steht für eine sehr alte römische Märtyrerverehrung, deren historischer Ursprung heute nur noch schwer greifbar ist. Ihre bekannte Lebensgeschichte entstand größtenteils in späteren Jahrhunderten.

Passender Anlass

Eine Darstellung der hl. Martina eignet sich besonders zum Namenstag am 30. Januar, zur Taufe oder Firmung. Auch für Menschen mit einer persönlichen Verbindung zu Rom kann ihre Geschichte einen zusätzlichen Bezug schaffen.

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Hl. Martina mit Löwe
Hl. Martina mit Löwe Angebotab €156,00

Geschichte und Bedeutung

Hl. Martina

Die heilige Martina – Märtyrin aus dem frühen Rom

Über Jahrhunderte wurde ihr Name in Rom bewahrt, obwohl ihr tatsächliches Leben heute kaum noch rekonstruiert werden kann. Martina von Rom gehört zu den frühchristlichen Märtyrerinnen, bei denen Verehrung und Legende wesentlich deutlicher fassbar sind als die historische Biografie. Ihr Gedenktag am 30. Januar erinnert bis heute an diese alte römische Heiligentradition.

Martina soll in Rom gelebt haben. Die traditionelle Überlieferung ordnet ihr Martyrium dem 3. Jahrhundert zu und bringt es häufig mit der Regierungszeit Kaiser Alexanders Severus in Verbindung. Diese zeitliche Einordnung lässt sich historisch jedoch nicht zuverlässig bestätigen.

Nach der späteren Legende stammte Martina aus einer angesehenen römischen Familie. Ihr Vater soll ein hoher römischer Beamter beziehungsweise Konsul gewesen sein. Nach dem Tod ihrer Eltern habe Martina ihren Besitz an Bedürftige verteilt und sich ganz ihrem christlichen Glauben gewidmet.

Diese Einzelheiten gehören zur Hagiografie, nicht zu einer gesicherten zeitgenössischen Biografie.

Die Legende vom Martyrium

Der Überlieferung zufolge wurde Martina wegen ihres christlichen Glaubens vor die römischen Behörden gebracht. Sie sollte den traditionellen Göttern opfern, weigerte sich jedoch.

Daraufhin entstanden in der späteren Passionsgeschichte zahlreiche dramatische Episoden. Martina soll in einen Tempel des Apollo geführt worden sein. Als sie dort betete, sei das Götzenbild beziehungsweise der Tempel zerstört worden.

Weitere Erzählungen berichten von verschiedenen Folterungen, denen Martina ausgesetzt worden sei. Wie bei zahlreichen frühchristlichen Märtyrerlegenden wird dabei hervorgehoben, dass die Versuche, sie von ihrem Glauben abzubringen, erfolglos blieben.

Auch wilde Tiere spielen in manchen Fassungen ihrer Legende eine Rolle. Ein Löwe, der Martina töten sollte, habe ihr nichts angetan. Dadurch kann der Löwe in einzelnen Darstellungen als Begleiter beziehungsweise Attribut der Heiligen erscheinen.

Schließlich soll Martina enthauptet worden sein.

Diese dramatischen Einzelheiten sind historisch nicht nachweisbar. Sie gehören zu einer später entstandenen Märtyrererzählung, die den unerschütterlichen Glauben der Heiligen hervorheben sollte.

Eine alte Verehrung in Rom

Interessanter als viele Einzelheiten der Legende ist deshalb die Geschichte ihrer Verehrung in Rom.

Mit Martina ist die Kirche Santi Luca e Martina am Forum Romanum verbunden. Die Verehrung erhielt im 17. Jahrhundert neuen Auftrieb, nachdem bei Bauarbeiten beziehungsweise Untersuchungen in der Kirche Gebeine gefunden wurden, die Martina zugeschrieben wurden.

Besonders Papst Urban VIII. förderte anschließend ihren Kult. In dieser Zeit wurde die Kirche erneuert und Martina erhielt innerhalb der römischen Heiligenverehrung wieder größere Aufmerksamkeit.

Dadurch besitzt ihre Geschichte zwei deutlich voneinander getrennte Ebenen:

Zum einen steht die frühchristliche Märtyrertradition, zum anderen die Wiederbelebung ihrer Verehrung im barocken Rom des 17. Jahrhunderts.

Woran erkennt man die heilige Martina?

Eine vollkommen einheitliche Ikonografie besitzt Martina nicht.

Das zuverlässigste allgemeine Zeichen ist die Märtyrerpalme, die auf ihren Tod als Glaubenszeugin verweist. Daneben können Löwe, Schwert, ein Götzenbild oder andere Elemente ihrer Passionslegende erscheinen.

Teilweise wird Martina auch in vornehmer Kleidung dargestellt – passend zur Überlieferung ihrer Herkunft aus einer angesehenen römischen Familie.

Bei einer geschnitzten Martina sollte deshalb die konkrete Figur die Grundlage für die Attributbeschreibung bilden. Gerade bei weniger bekannten Heiligen können Herstellerdarstellungen unterschiedliche Episoden der Legende aufgreifen.

Eine Martina-Figur eignet sich insbesondere als persönliche Namenspatronin. Durch ihre Verbindung zu Rom und zur frühchristlichen Märtyrertradition besitzt sie darüber hinaus einen eigenständigen historischen und religiösen Hintergrund.

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