Die heilige Monika – Mutter des Augustinus und Patronin der Mütter
Jahrelang sorgte sich Monika um den Lebensweg ihres Sohnes Augustinus. Sie erlebte seine Abkehr vom christlichen Glauben, folgte ihm schließlich bis nach Italien und konnte noch miterleben, wie er sich taufen ließ. Die heilige Monika wurde dadurch zu einer der bekanntesten Müttergestalten der christlichen Tradition und zur Patronin der Mütter und christlichen Frauen.
Monika wurde um 331 in Tagaste in Nordafrika, dem heutigen Souk Ahras in Algerien, geboren. Sie wuchs in einer christlichen Familie auf und erhielt eine religiöse Erziehung.
Einen großen Teil dessen, was wir über sie wissen, verdanken wir ausgerechnet ihrem berühmtesten Sohn: Augustinus von Hippo berichtet in seinen Confessiones – den „Bekenntnissen“ – ausführlich über seine Mutter und ihren Einfluss auf sein Leben.
Monika heiratete Patricius, einen heidnischen römischen Bürger. Die Ehe wird in der Überlieferung als schwierig beschrieben. Augustinus berichtet von einem temperamentvollen Ehemann und zeichnet gleichzeitig das Bild seiner Mutter als Frau, die Konflikte mit Geduld zu bewältigen versuchte.
Patricius ließ sich noch vor seinem Tod christlich taufen.
Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor. Der bekannteste war der 354 geborene Augustinus, der später Bischof von Hippo und einer der einflussreichsten Theologen des westlichen Christentums werden sollte.
Doch dieser Weg war zunächst alles andere als vorgezeichnet.
Monika und Augustinus
Augustinus entwickelte sich zu einem hochgebildeten jungen Mann, entfernte sich jedoch von dem christlichen Glauben seiner Mutter. Zeitweise schloss er sich dem Manichäismus an, einer religiösen Bewegung, die von der Kirche abgelehnt wurde.
Für Monika wurde der Lebensweg ihres Sohnes zu einer jahrelangen Belastung.
Die spätere christliche Tradition stellte besonders ihre Gebete und Tränen für Augustinus heraus. Dadurch entstand das bis heute verbreitete Bild der Mutter, die die Hoffnung auf ihr Kind auch nach vielen Jahren nicht aufgibt.
Diese Geschichte ist für das Verständnis ihres Patronats wesentlich: Monika wurde besonders zu einer Fürsprecherin für Mütter, Ehefrauen und Menschen, die sich um Angehörige sorgen.
Von Nordafrika nach Italien
Als Augustinus seine berufliche Laufbahn weiterverfolgte, führte sein Weg schließlich nach Italien.
Monika wollte ihn begleiten. Augustinus versuchte jedoch zunächst, ohne sie abzureisen, und fuhr nach Rom. Monika folgte ihm später über das Mittelmeer.
Schließlich trafen Mutter und Sohn in Mailand wieder zusammen.
Dort begegnete Augustinus dem Bischof Ambrosius von Mailand. Dessen Predigten und Augustinus' eigene philosophische und religiöse Suche führten ihn Schritt für Schritt wieder zum Christentum.
Für Monika erfüllte sich damit eine Hoffnung, die sie über viele Jahre begleitet hatte.
In der Osternacht 387 wurde Augustinus von Ambrosius in Mailand getauft.
Das Gespräch von Ostia
Nach Augustinus' Taufe plante die Familie die Rückkehr nach Nordafrika.
Auf dem Weg warteten Monika und Augustinus in der Hafenstadt Ostia auf ein Schiff. Dort kam es zu einer Begegnung, die Augustinus später besonders eindrucksvoll schilderte.
Mutter und Sohn standen an einem Fenster und sprachen über das ewige Leben und die Gegenwart Gottes. Dieses sogenannte Ostia-Erlebnis gehört zu den bekanntesten Passagen der Confessiones.
Für Monika sollte es eines ihrer letzten Gespräche mit ihrem Sohn werden.
Kurz darauf erkrankte sie.
Augustinus berichtet, dass Monika keinen besonderen Wert mehr darauf legte, in ihrer Heimat bestattet zu werden. Entscheidend sei für sie vielmehr gewesen, dass man ihrer am Altar gedenke.
Monika starb 387 in Ostia, vermutlich im Alter von etwa 56 Jahren.
Warum wird die heilige Monika mit einem Buch dargestellt?
In der religiösen Kunst erscheint Monika häufig als ältere Frau beziehungsweise Witwe. Typisch sind ein Schleier oder Witwengewand, teilweise ein Buch sowie ein Kreuz oder Kruzifix.
Das Buch kann auf ihre christliche Glaubenshaltung und die enge Verbindung zur Lebensgeschichte des Augustinus hinweisen. Bei Darstellungen von Mutter und Sohn kann Augustinus selbst zum entscheidenden Identifikationsmerkmal werden.
Ein weiteres wichtiges Motiv sind die Tränen. Sie sind weniger ein materielles Attribut einer Schnitzfigur als vielmehr ein Bestandteil ihrer religiösen Tradition. Über Jahrhunderte wurde Monika als betende und um ihren Sohn sorgende Mutter dargestellt.
Schutzpatronin der Mütter
Die Verehrung der hl. Monika entwickelte sich besonders aus ihrer Rolle als Mutter, Ehefrau und Witwe.
Traditionell gilt sie als Patronin der Mütter und christlichen Frauen. Sie wird außerdem von Ehefrauen und Witwen verehrt und besonders dann angerufen, wenn Eltern sich um den Lebensweg ihrer Kinder sorgen.
Damit besitzt die heilige Monika eine bis heute unmittelbar verständliche Bedeutung. Ihre Geschichte erzählt nicht von einem spektakulären Martyrium oder einer mittelalterlichen Legende, sondern von Familie, Sorge, Geduld und der Hoffnung auf einen anderen Menschen.
Eine geschnitzte Monika kann diese ruhige Bildtradition besonders schön aufnehmen. Bei naturbelassenen und gebeizten Figuren stehen Gesicht, Haltung und Gewand im Vordergrund; handbemalte Ausführungen können Schleier, Buch und weitere Attribute deutlicher hervorheben.
Für Frauen namens Monika ist die Heilige zugleich persönliche Namenspatronin. Eine Monika-Figur eignet sich deshalb zum Namenstag ebenso wie zu Taufe oder Firmung. Durch ihr Patronat bietet sie sich darüber hinaus besonders als religiöses Geschenk für Mütter und Großmütter an.