Heiliger Oswin von Deira – König und Märtyrer
Der hl. Oswin von Deira war ein angelsächsischer König des 7. Jahrhunderts und wurde besonders für seine Frömmigkeit, Großzügigkeit und volksnahe Herrschaft geschätzt. Als Sohn König Osrics verbrachte er nach dem Tod seines Vaters zunächst Jahre außerhalb seiner Heimat, bevor er die Herrschaft über Deira im Norden Englands übernahm. Oswin förderte den noch jungen christlichen Glauben und war eng mit dem hl. Aidan von Lindisfarne verbunden. Nach einem Konflikt mit König Oswiu wurde er verraten und am 20. August 651 in Gilling getötet. Schon bald nach seinem Tod wurde Oswin als Märtyrer verehrt.
Ein König gewinnt die Zuneigung seines Volkes
Oswins Herrschaft unterschied sich in den zeitgenössischen Überlieferungen vor allem durch die Beschreibung seiner Persönlichkeit. Der Geschichtsschreiber Beda Venerabilis schilderte ihn als stattlichen und freundlichen Herrscher, der höflich im Umgang und großzügig gegenüber Menschen aller gesellschaftlichen Schichten gewesen sei. Gerade diese Verbindung aus königlicher Stellung und persönlicher Demut wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines späteren Heiligenbildes.
Oswin regierte Deira mehrere Jahre und setzte sich für die Festigung des Christentums in seinem Herrschaftsgebiet ein. Damit gehört er zu jener Generation angelsächsischer Könige, unter denen sich der christliche Glaube im Norden Englands zunehmend etablierte.
Aidan von Lindisfarne wird zu seinem geistlichen Begleiter
Eine besondere Rolle in Oswins Leben spielte Aidan von Lindisfarne, einer der bedeutenden Missionare des frühmittelalterlichen England. Zwischen dem König und dem Bischof bestand nach den Überlieferungen eine enge Verbindung. Gerade Oswins Demut beeindruckte Aidan und wurde später zu einem wichtigen Motiv seiner Lebensgeschichte.
Oswins Bedeutung als christlicher König liegt deshalb nicht allein in seiner politischen Stellung. Die Überlieferung zeichnet das Bild eines Herrschers, der seine Macht mit Frömmigkeit, Hilfsbereitschaft und einem verantwortungsvollen Umgang mit seinen Mitmenschen verbinden wollte.
Krone und Lanze erinnern an den königlichen Märtyrer
Der hl. Oswin wird traditionell als König oder in Ritterrüstung dargestellt. Als Attribute sind insbesondere Krone, Zepter und Lanze überliefert. Sie verweisen auf seine königliche Herkunft und unterscheiden seine Darstellung deutlich von Heiligen in bischöflicher oder klösterlicher Kleidung.
Eine Holzfigur des hl. Oswin verbindet damit seine weltliche Stellung als König von Deira mit seiner späteren Verehrung als Märtyrer. Welche Attribute besonders hervortreten, hängt von der jeweiligen Ausführung der Figur ab.
Verrat in Gilling beendet seine Herrschaft
Der politische Gegensatz zwischen Oswin und Oswiu von Bernicia führte schließlich zum offenen Konflikt. Angesichts der überlegenen Streitmacht seines Gegners löste Oswin sein Heer auf und zog sich nach Gilling zurück. Dort suchte er Schutz bei einem Adeligen, wurde jedoch verraten und am 20. August 651 getötet.
Sein gewaltsamer Tod löste große Bestürzung aus. In Gilling entstand später ein Kloster, in dem auch für den getöteten Oswin gebetet wurde. Seine Verehrung als Märtyrer entwickelte sich weiter; mit seinem Andenken ist außerdem Tynemouth verbunden, wohin seine Reliquien gelangten.
Der 20. August erinnert an Oswin von Deira
Der Gedenk- und Namenstag des hl. Oswin ist der 20. August, sein überlieferter Todestag. Sein Name wird mit der Bedeutung „Gottesfreund“ verbunden.
Hl. Oswin von Deira – 20. August
Heiliger Oswin als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Oswin von Deira erinnert an einen König, dessen Heiligenüberlieferung besonders von Demut, Großzügigkeit und seiner Verbindung zum christlichen Glauben geprägt ist. Königliche Attribute wie Krone und Zepter sowie die Darstellung mit Rüstung oder Lanze greifen seine Herkunft und sein Amt auf.
Die Oswinfigur eignet sich besonders als Namensfigur für Oswin, zum Namenstag am 20. August sowie als religiöses Geschenk zur Taufe, Firmung oder zu einem persönlichen Jubiläum. Durch seine Lebensgeschichte ist sie zugleich eine Heiligenfigur für Menschen, die verantwortungsbewusstes Handeln und einen respektvollen Umgang mit anderen mit ihrem Glauben verbinden möchten.