Die heilige Rita – Helferin in aussichtslosen Anliegen
Ihr Leben kannte Ehe und Familie ebenso wie Verlust, Versöhnung und schließlich das Kloster. Die heilige Rita von Cascia gehört gerade deshalb zu den Heiligen, an die sich Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen wenden. Sie wird als Helferin in aussichtslosen Anliegen verehrt und ist an Rose, Kruzifix und der Wunde auf ihrer Stirn zu erkennen.
Rita lebte im italienischen Umbrien und verbrachte einen großen Teil ihres Lebens in und um Cascia. Ihr außergewöhnlicher Lebensweg führte sie von der Ehe über die Mutterschaft bis in die Gemeinschaft der Augustinerinnen.
Wer war die heilige Rita?
Rita wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Roccaporena bei Cascia geboren. Traditionell wird das Jahr 1381 genannt, wobei die genaue Datierung ihres Geburtsjahres nicht zweifelsfrei feststeht.
Ihre Eltern sollen bereits älter gewesen sein, als Rita geboren wurde. Nach der Überlieferung war ihr eigentlicher Wunsch schon früh ein religiöses Leben.
Zunächst nahm ihr Leben jedoch einen anderen Weg.
Rita heiratete und wurde Mutter von zwei Söhnen.
Damit unterscheidet sie sich von vielen bekannten Ordensheiligen: Bevor Rita ins Kloster eintrat, hatte sie über viele Jahre als Ehefrau und Mutter gelebt.
Ehe, Familie und ein schwerer Verlust
Die Überlieferung beschreibt Ritas Ehe als schwierig. Ihr Mann Paolo Mancini soll in die politischen und familiären Auseinandersetzungen seiner Zeit verwickelt gewesen sein.
Schließlich wurde er gewaltsam getötet.
Damit geriet die Familie in eine Situation, in der nach den damaligen Vorstellungen Blutrache drohte. Rita soll sich entschieden gegen eine Fortsetzung dieser Gewalt gestellt und um Versöhnung gebetet haben.
Auch ihre beiden Söhne starben wenig später.
Innerhalb kurzer Zeit hatte Rita damit ihren Ehemann und ihre Kinder verloren.
Warum gilt Rita als Heilige der Versöhnung?
Gerade die Ereignisse nach dem Tod ihres Mannes gehören zu den zentralen Elementen ihrer Überlieferung.
Rita soll versucht haben, die verfeindeten Familien miteinander zu versöhnen und eine weitere Spirale der Rache zu verhindern.
Deshalb wird ihre Lebensgeschichte nicht nur mit persönlichem Leid verbunden. Sie erzählt ebenso von der Entscheidung, Vergeltung nicht mit neuer Vergeltung zu beantworten.
Erst nachdem eine Versöhnung erreicht worden sein soll, öffnete sich für Rita schließlich der Weg in das Kloster.
Rita und das Augustinerinnenkloster in Cascia
Nach dem Tod ihrer Familie wollte Rita in das Augustinerinnenkloster Santa Maria Maddalena in Cascia eintreten.
Der Überlieferung zufolge wurde sie zunächst abgewiesen. Die Gründe werden unterschiedlich dargestellt; häufig wird der ungelöste Konflikt zwischen den beteiligten Familien genannt.
Nachdem Frieden hergestellt worden war, konnte Rita schließlich in die Gemeinschaft aufgenommen werden.
Dort verbrachte sie den letzten großen Abschnitt ihres Lebens als Augustinerin.
Gebet, Buße und die Betrachtung des Leidens Christi bestimmten ihre Spiritualität.
Warum hat die heilige Rita eine Wunde auf der Stirn?
Eines der auffälligsten Merkmale Ritas ist eine Wunde auf der Stirn.
Nach der religiösen Überlieferung betete Rita intensiv vor einem Kruzifix und bat darum, am Leiden Christi Anteil nehmen zu dürfen.
Daraufhin soll sich ein Dorn aus der Dornenkrone Christi gelöst und Rita an der Stirn verletzt haben.
Die Wunde blieb der Tradition zufolge über viele Jahre bestehen.
Deshalb wird Rita häufig mit Kruzifix, Dornenkrone oder einer deutlich sichtbaren Stirnwunde dargestellt.
Diese Darstellung gehört zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen der Heiligen.
Warum gehört die Rose zur heiligen Rita?
Neben der Stirnwunde ist die Rose wahrscheinlich das bekannteste Symbol Ritas.
Die dazugehörige Überlieferung spielt gegen Ende ihres Lebens.
Als Rita schwer krank war, soll eine Verwandte sie gefragt haben, ob sie ihr etwas aus ihrer Heimat Roccaporena bringen könne. Rita bat um eine Rose aus dem Garten.
Es war Winter.
Trotz der Jahreszeit soll die Verwandte tatsächlich eine blühende Rose gefunden und Rita gebracht haben.
Die Rose wurde dadurch zu einem Zeichen von Hoffnung dort, wo menschlich kaum noch Hoffnung zu erwarten ist.
Bis heute spielt sie deshalb am Gedenktag der hl. Rita eine besondere Rolle.
Die heilige Rita und die Bienen
Eine weitere Tradition verbindet Rita bereits als Kind mit Bienen.
Nach der Legende sollen weiße Bienen um das Gesicht des Säuglings geflogen sein, ohne ihn zu verletzen.
Auch nach ihrem Tod wurden Bienen in Cascia mit der Heiligen in Verbindung gebracht.
Sie gehören deshalb zu den weniger häufig dargestellten, aber traditionsreichen Symbolen der hl. Rita.
Für die Identifikation einer Holzfigur sind allerdings Rose, Kruzifix und Stirnwunde wesentlich wichtiger.
Wofür ist die heilige Rita Schutzpatronin?
Die hl. Rita wird besonders als Patronin und Fürsprecherin in aussichtslosen, schwierigen oder scheinbar unmöglichen Anliegen angerufen.
Darüber hinaus wenden sich Gläubige bei Ehe- und Familienproblemen sowie in schweren persönlichen Konflikten an sie.
Diese Verehrung lässt sich unmittelbar mit ihrer Lebensgeschichte verbinden: Rita erlebte Ehe, Mutterschaft, gewaltsamen Verlust, familiäre Konflikte, Versöhnung und schließlich das Ordensleben.
Gerade diese unterschiedlichen Lebensphasen machen sie für viele Menschen zu einer besonders lebensnahen Heiligen.
Wann ist der Namenstag der heiligen Rita?
Der Gedenktag der hl. Rita ist der 22. Mai.
Rita starb am 22. Mai 1457 in Cascia.
Ihr Gedenktag wird besonders in Italien, aber auch weit darüber hinaus gefeiert. Dabei spielen Rosen eine wichtige Rolle; vielerorts werden an diesem Tag Rosen gesegnet.
Für Frauen namens Rita ist der 22. Mai entsprechend der wichtigste Namenstag.
Heiligsprechung und Verehrung
Rita wurde bereits lange vor ihrer offiziellen Heiligsprechung verehrt.
Papst Urban VIII. bestätigte ihre Verehrung im 17. Jahrhundert. Die feierliche Heiligsprechung erfolgte am 24. Mai 1900 durch Papst Leo XIII.
Heute gehört Rita zu den international bekannten katholischen Heiligen.
Zentrum ihrer Verehrung ist weiterhin Cascia in Umbrien, wo sich die Basilika Santa Rita befindet.
Auch ihr Geburtsort Roccaporena ist eng mit ihrer Lebensgeschichte und Verehrung verbunden.
Die heilige Rita als Holzfigur
Eine Holzfigur der heiligen Rita von Cascia lässt sich meist gut an ihren charakteristischen Attributen erkennen.
Rita erscheint typischerweise im dunklen Ordensgewand der Augustinerinnen. Häufig hält sie ein Kruzifix oder eine Rose. Auf ihrer Stirn kann die Wunde dargestellt sein, die an ihre mystische Verbindung mit der Dornenkrone Christi erinnert.
Eine geschnitzte Rita eignet sich als Namenspatronin ebenso wie als religiöses Geschenk für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder einem scheinbar aussichtslosen Anliegen.
Durch ihre Verbindung zu Ehe, Familie und Versöhnung besitzt sie darüber hinaus eine besondere Bedeutung für Menschen, die in familiären Konflikten um Frieden und einen neuen Weg bitten.