Heiliger Robert von Molesme – Abt, Klostergründer und Wegbereiter der Zisterzienser
Der hl. Robert von Molesme, auch Robert von Cîteaux genannt, zählt zu den prägenden Ordensreformern des 11. und frühen 12. Jahrhunderts. Um 1027 in der Champagne geboren, trat er bereits in jungen Jahren in ein Benediktinerkloster ein und wurde später Prior und Abt. Sein Wunsch nach einem einfacheren und strengeren Leben nach der Regel des hl. Benedikt führte schließlich zur Gründung des Klosters Molesme und 1098 zur Entstehung von Cîteaux. Aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich später der Zisterzienserorden. Robert starb 1111 in Molesme. Sein katholischer Gedenktag ist der 29. April, im Zisterzienser- und Trappistenorden wird er gemeinsam mit Alberich und Stephan Harding am 26. Januar gefeiert.
Der Wunsch nach einem einfacheren Klosterleben bestimmt seinen Weg
Robert entstammte einer adeligen Familie und trat bereits als Jugendlicher in das Benediktinerkloster Montier-la-Celle ein. Dort wurde er später Prior. In verschiedenen Gemeinschaften versuchte er anschließend, ein konsequenteres Leben nach der Benediktsregel zu verwirklichen. Nicht überall fanden seine Reformvorstellungen Zustimmung.
Sein Anliegen war weniger die Gründung eines völlig neuen Ordens als die Rückkehr zu einem einfacheren, gemeinschaftlichen und stärker an der Benediktsregel orientierten Mönchsleben. Genau daraus entwickelte sich sein späteres Wirken als Klostergründer.
Molesme wird zum ersten großen Reformprojekt
Im Jahr 1075 entstand unter Roberts Leitung das Kloster Molesme. Die Gemeinschaft wuchs rasch und gewann an Bedeutung. Mit zunehmendem Wohlstand entfernte sie sich nach Roberts Auffassung jedoch wieder von dem einfachen Lebensideal, das ursprünglich im Mittelpunkt gestanden hatte.
Diese Entwicklung führte Robert und eine Gruppe von Mitbrüdern schließlich zu einem weiteren Neuanfang. Sie suchten einen Ort, an dem sie ihre Vorstellung von klösterlicher Einfachheit konsequenter verwirklichen konnten.
Cîteaux wird zum Ausgangspunkt einer neuen Ordensbewegung
Im Jahr 1098 gründete Robert gemeinsam mit Alberich von Cîteaux, Stephan Harding und weiteren Gefährten das Kloster Cîteaux. Robert wurde dessen erster Abt. Das neue Kloster sollte sich bewusst durch Einfachheit, gemeinsames Leben und eine strengere Orientierung an der Benediktsregel auszeichnen.
Schon kurze Zeit später wurde Robert jedoch nach Molesme zurückgerufen. Alberich und später Stephan Harding führten Cîteaux weiter. Aus dem Kloster entwickelte sich der Zisterzienserorden, der im 12. Jahrhundert besonders durch Bernhard von Clairvaux große Bedeutung gewann.
Das Kirchenmodell verweist auf seine Gründungen
Robert wird traditionell als Abt mit Abtsstab und Kirchenmodell dargestellt. Kirchliche Quellen nennen sogar zwei Kirchenmodelle als Attribute – sie stehen für die Klöster Molesme und Cîteaux.
Gerade bei einer Holzfigur des hl. Robert mit Kirche wird sein Lebenswerk deshalb unmittelbar sichtbar. Das Ordensgewand verweist auf sein monastisches Leben, der Abtsstab auf seine Leitungsaufgabe und das Kirchenmodell auf seine Bedeutung als Gründer. In einer Darstellung des Stifts Heiligenkreuz trägt Robert ausdrücklich das Modell von Cîteaux.
Seine Reformidee wirkt weit über Molesme hinaus
Robert verbrachte seine letzten Lebensjahre wieder als Abt in Molesme. Obwohl er Cîteaux nur kurze Zeit leitete, blieb seine Initiative entscheidend für die Entstehung der späteren Zisterzienserbewegung. Ohne den von Robert begonnenen Neuanfang wäre die weitere Entwicklung unter Alberich und Stephan Harding kaum denkbar gewesen.
Seine Bedeutung liegt deshalb vor allem in der Bereitschaft, bestehende Strukturen immer wieder an ihrem ursprünglichen geistlichen Anspruch zu messen und bei Bedarf einen neuen Anfang zu wagen.
Der 29. April erinnert an Robert von Molesme
Der katholische Gedenk- und Namenstag des hl. Robert von Molesme ist der 29. April. Innerhalb des Zisterzienser- und Trappistenordens werden Robert, Alberich von Cîteaux und Stephan Harding gemeinsam am 26. Januar als Gründerväter gefeiert.
Hl. Robert von Molesme – 29. April
Heiliger Robert als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Robert von Molesme erinnert an einen Abt und Klostergründer, dessen Suche nach einem einfachen und konsequenten Ordensleben zur Entstehung von Cîteaux führte. Abtsstab und Ordensgewand kennzeichnen sein Amt, während das Kirchenmodell unmittelbar auf seine Klostergründungen verweist.
Die Robertfigur eignet sich als Namensfigur für Robert oder Robin, zum Namenstag am 29. April sowie als religiöses Geschenk zur Taufe, Firmung oder zu einem kirchlichen Jubiläum. Besonders passend ist sie für Menschen mit Verbindung zu Benediktinern, Zisterziensern, Klöstern und Ordensgemeinschaften.