Heiliger Roman von Condat – Einsiedler, Abt und Klostergründer im Jura
Der hl. Roman von Condat, auch Romanus von Condat genannt, gehört zu den frühen Klostergründern des westlichen Christentums. Er wurde um 390 im Gebiet des heutigen Ostfrankreich geboren und zog sich im Alter von etwa 35 Jahren in die Einsamkeit des Juragebirges zurück. Dort lebte er zunächst als Einsiedler. Bald folgte ihm sein Bruder Lupicinus, und aus dem zurückgezogenen Leben der beiden entstand eine wachsende Gemeinschaft. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts gründeten sie das Kloster Condat, dessen erster Abt Romanus wurde. Weitere Klostergründungen folgten. Sein Gedenktag ist der 28. Februar.
Die Einsamkeit im Jura wird zum Anfang einer Gemeinschaft
Romanus suchte zunächst keinen großen Wirkungskreis. Er zog sich in eine abgelegene Landschaft des Jura zurück, um Gebet, Arbeit und ein einfaches religiöses Leben miteinander zu verbinden. Sein Beispiel zog jedoch weitere Menschen an. Besonders wichtig wurde sein Bruder Lupicinus, der ihm folgte und später gemeinsam mit ihm mehrere Gemeinschaften aufbaute.
Aus der ursprünglich persönlichen Suche nach Einsamkeit entwickelte sich damit eine Form gemeinschaftlichen Klosterlebens, die für die Region dauerhaft prägend wurde.
Condat wächst zu einem bedeutenden Kloster
Um 445/450 gründeten Romanus und Lupicinus das Kloster Condat im heutigen Saint-Claude. Romanus übernahm als erster Abt die Leitung. Die Gemeinschaft erhielt großen Zulauf, sodass weitere Niederlassungen entstanden. Dazu gehörten das Kloster Lauconum, das spätere Saint-Lupicin, sowie das Frauenkloster La Balme. Romanus wird außerdem traditionell mit der Gründung von Romainmôtier in der heutigen Schweiz verbunden.
Damit wurde aus dem Einsiedler ein Klostergründer, dessen Wirkung weit über seinen ursprünglichen Rückzugsort hinausreichte.
Glocke und Brot kennzeichnen Roman auf besondere Weise
Der hl. Roman wird in der traditionellen Ikonografie unter anderem mit Glöckchen, Brotkorb und Kette dargestellt. Eure Holzfigur greift diesen seltenen Bildtyp besonders deutlich auf: Roman erscheint im Mönchsgewand mit Glocke und Brot.
Gerade diese Kombination macht eine Holzfigur des hl. Roman innerhalb der zahlreichen Mönchs- und Abtsheiligen leicht erkennbar. Die Glocke verweist auf das klösterliche Gemeinschaftsleben, während das Brot den einfachen Lebensunterhalt und die Versorgung innerhalb der Gemeinschaft aufgreift.
Begegnungen mit Kranken gehören zu seiner Überlieferung
Romanus wurde nicht nur als Klostergründer verehrt. Auf einer Reise zum Grab des hl. Mauritius in Saint-Maurice soll er nach der Überlieferung zwei an Lepra erkrankte Menschen geheilt haben. Die Episode gehört zu den bekannten Wundererzählungen seiner Vita und trug zu seiner späteren Verehrung bei.
Traditionell entwickelte sich daraus auch eine Schutzverehrung für Menschen in besonderen Notsituationen. Romanus wird unter anderem mit Ertrinkenden und Menschen mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Vom Einsiedler zum Vater zahlreicher Mönche
Romanus' Bedeutung liegt besonders in dieser Entwicklung: Er suchte zunächst die Einsamkeit und wurde schließlich zum geistlichen Leiter zahlreicher Mönche. Condat entwickelte sich weiter und erhielt später nach einem seiner Nachfolger den Namen Saint-Claude. Romanus starb um 463/464 und wurde im von ihm mitbegründeten Frauenkloster La Beaume bestattet.
Der 28. Februar ist der Gedenktag des hl. Roman
Der katholische Gedenk- und Namenstag des hl. Romanus von Condat ist der 28. Februar. Im Bistum Lausanne–Genf–Freiburg besitzt der Tag besondere liturgische Bedeutung. Mit dem Romanustag ist außerdem die alte Bauernregel verbunden: „St. Roman hell und klar, deutet auf ein gutes Jahr.“
Hl. Roman von Condat – 28. Februar
Heiliger Roman als Holzfigur
Eine Holzfigur des hl. Roman von Condat erinnert an einen Einsiedler, aus dessen zurückgezogenem Leben eine bedeutende Klostergemeinschaft entstand. Mönchsgewand, Glocke und Brot greifen die charakteristische traditionelle Darstellung auf und unterscheiden Roman deutlich von anderen Abts- und Mönchsheiligen.
Die Romanfigur eignet sich als Namensfigur für Roman, Romanus oder Romain, zum Namenstag am 28. Februar sowie als religiöses Geschenk zur Taufe, Firmung oder zu einem persönlichen Jubiläum. Durch sein Leben als Einsiedler und Klostergründer besitzt sie außerdem einen besonderen Bezug zu Klöstern, Ordensgemeinschaften und Menschen mit einer Verbindung zum Jura oder zur Westschweiz.