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Hl. Waltraud - Äbtissin von Mons

Hl. Waltraud - Äbtissin von Mons

Hl. Waltraud

Waltrauds Weg begann nicht hinter Klostermauern: Sie war Ehefrau und Mutter von vier Kindern. Erst später gründete sie in Mons eine Gemeinschaft und übernahm selbst deren Leitung.

Ihre geistliche Berufung begann nach einem erfüllten Familienleben. Waltraud war Mutter von vier Kindern, bevor sie in Mons ein Kloster gründete und Äbtissin wurde.

Wissenswertes zum Motiv

Hl. Waltraud

Erst Ehefrau und Mutter, später Klostergründerin und Äbtissin: Waltrauds Lebensweg verbindet Familie und geistliche Berufung auf ungewöhnliche Weise. In Mons gründete sie eine Gemeinschaft, deren Erinnerung bis heute ihren Namen trägt.

Gedenktag

09.04.

Schutzpatron

Patronin des Hennegaus

Attribute

Äbtissinnen-/Klostergewand • teilweise mit ihren Kindern unter dem Mantel

Bedeutung

Waltrauds Geschichte verbindet Familienleben und spätere geistliche Berufung. Sie war Ehefrau und Mutter, bevor sie nach dem Erwachsenwerden ihrer Kinder eine neue Lebensphase begann und selbst ein Kloster gründete. Damit steht sie für eine Heiligentradition, in der religiöse Berufung nicht zwingend am Anfang eines Lebens stehen muss. Ihr Weg nach Mons führte schließlich zu einer Gemeinschaft, die sie als erste Äbtissin leitete.

Passender Anlass

Eine Figur der hl. Waltraud eignet sich als persönliche Namensfigur für Waltraud oder Waltrud, insbesondere zum Namenstag am 9. April, zur Taufe oder Firmung. Durch ihre Biografie besitzt sie außerdem einen besonderen Bezug zu Müttern, Familien und Menschen, die nach einer langen Familienphase einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

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Geschichte und Bedeutung

Hl. Waltraud

Die heilige Waltraud – Klostergründerin und Äbtissin von Mons

Die hl. Waltraud von Mons gehört zu den bemerkenswerten Frauengestalten des 7. Jahrhunderts. Anders als viele Ordensheilige begann sie ihr Erwachsenenleben als Ehefrau und Mutter. Erst nachdem ihre vier Kinder erwachsen waren, entschieden Waltraud und ihr Mann Madelgar gemeinsam, ihr weiteres Leben stärker dem Glauben zu widmen. Waltraud gründete in Mons im Hennegau ein Kloster und wurde dessen erste Äbtissin. Ihr Gedenk- und Namenstag ist der 9. April.

Wer war die heilige Waltraud?

Waltraud wurde vor 619 in Cousolre im heutigen Nordfrankreich geboren. Sie stammte aus einer angesehenen Familie und war die Schwester der hl. Adelgunde von Maubeuge. Waltraud heiratete Madelgar, der später unter dem Namen Vincentius ein monastisches Leben führte. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Landricus, Madalberta, Adeltrudis und Dentelin. Mehrere Mitglieder dieser Familie wurden später selbst als Heilige verehrt.

Als die Kinder erwachsen waren, trennten sich Waltraud und Madelgar im gegenseitigen Einverständnis, um jeweils ein religiöses Leben zu führen. Madelgar trat in ein Kloster ein, während Waltraud schließlich selbst eine Gemeinschaft gründete. Diese Lebensentscheidung macht sie besonders: Ihr Weg führte von Ehe und Familie in die Leitung eines Klosters.

Die Gründung des Klosters in Mons

Waltraud gründete in Castrilocus, dem heutigen Mons in Belgien, ein Frauenkloster und wurde dessen erste Äbtissin. Nach ihr erhielt die Gemeinschaft später den Namen Sainte-Waudru. Um das Kloster entwickelte sich im Laufe der Zeit die heutige Stadt Mons.

Damit war Waltraud nicht nur eine Frau des persönlichen Gebets, sondern auch eine Klostergründerin und geistliche Leiterin. Ihre Verehrung blieb eng mit Mons und dem Hennegau verbunden. Noch heute trägt die bedeutende Stiftskirche Sainte-Waudru in Mons ihren Namen.

Waltraud und ihre außergewöhnliche Heiligenfamilie

Waltraud gehörte zu einer Familie, in der mehrere Personen kirchlich verehrt werden. Ihre Schwester Adelgunde von Maubeuge gründete ebenfalls ein Kloster. Auch Waltrauds Töchter Adeltrudis und Madalberta wurden Äbtissinnen und werden als Heilige verehrt; ihr Sohn Landricus wird ebenfalls in der Heiligentradition geführt.

Gerade diese Verbindung gibt Waltrauds Geschichte einen besonderen Charakter. Sie erscheint nicht als isolierte religiöse Persönlichkeit, sondern als Teil einer Familie, in der Ehe, Elternschaft und spätere geistliche Berufung eng miteinander verbunden waren.

Wie wird die heilige Waltraud dargestellt?

Waltraud wird entweder als Klosterfrau beziehungsweise Äbtissin oder als Mutter mit ihren Kindern unter ihrem Mantel dargestellt. Die zweite Darstellungsform greift ihre Rolle als Mutter besonders anschaulich auf.

Je nach künstlerischer Tradition können außerdem Zeichen ihrer Stellung als Äbtissin hinzukommen. Welche Attribute im Vordergrund stehen, hängt deshalb von der konkreten Darstellung ab.

Wofür ist die heilige Waltraud Schutzpatronin?

Waltraud gilt als Patronin des Hennegaus, jener historischen Region, zu der auch Mons gehört.

Darüber hinaus bietet ihre Lebensgeschichte einen starken Bezug zu Familie, Mutterschaft, Klosterleben und geistlicher Neuorientierung nach einer Familienphase, ohne daraus zusätzliche formelle Patronate ableiten zu müssen.

Was bedeutet der Name Waltraud?

Der Name Waltraud ist althochdeutschen Ursprungs. Das Ökumenische Heiligenlexikon gibt als Namensbedeutung „Kräftige“ an.

Neben Waltraud sind historische Formen wie Waldetrud, Waltrud und Waudru gebräuchlich. Gerade die französisch-belgische Namensform Waudru begegnet bis heute in Mons, etwa in der Bezeichnung Sainte-Waudru.

Wann ist der Namenstag der heiligen Waltraud?

Der Gedenk- und Namenstag der hl. Waltraud ist der 9. April. Katholisch.de führt sie an diesem Datum ausdrücklich als Waltraud, Waldetrud beziehungsweise Waltrud.

Waltraud starb wahrscheinlich um 688 in Mons. Dort blieb ihr Grab beziehungsweise ihre Reliquientradition ein Mittelpunkt ihrer Verehrung.

Die heilige Waltraud als Holzfigur

Eine Holzfigur der heiligen Waltraud erinnert an eine Frau, deren Lebensweg zwei sehr unterschiedliche Abschnitte miteinander verbindet: zunächst Ehe und Mutterschaft, später Klostergründung und geistliche Leitung.

Je nach Schnitzmotiv kann Waltraud als Äbtissin oder gemeinsam mit ihren Kindern dargestellt werden. Eine Figur eignet sich besonders als persönliche Namensfigur für Waltraud oder Waltrud, etwa zum Namenstag am 9. April, zur Taufe oder Firmung. Durch ihre Geschichte besitzt sie zudem einen besonderen Bezug zu Familie, Mutterschaft und einem neuen Lebensabschnitt nach der Familienphase.

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