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Artikel: ANRI Manufaktur – Geschichte der Holzschnitzerei aus Südtirol

ANRI Manufaktur – Geschichte der Holzschnitzerei aus Südtirol

ANRI Manufaktur – Geschichte der Holzschnitzerei aus Südtirol

Über viele Jahrzehnte gehörte ANRI zu den bekanntesten Namen der Südtiroler Holzschnitzkunst. Die Geschichte der Manufaktur ist eng mit der Familie Riffeser, dem Grödnertal und einer jahrhundertealten Tradition der Holzschnitzerei verbunden.

Besonders bekannt wurde ANRI durch seine geschnitzten Krippenfiguren und Sammlerkrippen. Entwürfe renommierter Künstler entwickelten sich zu eigenständigen Figurenwelten, die weit über Südtirol hinaus Verbreitung fanden und teilweise über Jahrzehnte hinweg um neue Figuren ergänzt wurden.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Geschichte der ANRI Manufaktur, ihre Wurzeln in Gröden, die Menschen und Künstler hinter den bekannten Holzfiguren und die Entwicklung eines Unternehmens, das die Grödner Holzschnitzgeschichte über viele Jahrzehnte mitprägte.

Kurz zusammengefasst

ANRI prägte die Holzschnitzkunst im Grödnertal über viele Jahrzehnte und machte Südtiroler Holzfiguren international bekannt. Die Geschichte der Familie Riffeser, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern und die daraus entstandenen Krippenserien erklären, warum ANRI Figuren bis heute gesammelt und bestehende Krippen weiter ergänzt werden.

In diesem Artikel

1. Die Wurzeln von ANRI im Grödnertal

Die Geschichte von ANRI lässt sich nicht erzählen, ohne einen Blick auf das Grödnertal in Südtirol zu werfen. Die Holzschnitzerei hat hier eine jahrhundertealte Tradition. Bereits seit dem 17. Jahrhundert entstanden in Gröden geschnitzte Figuren und Gebrauchsgegenstände aus Holz. Was zunächst häufig als zusätzliche Erwerbsquelle während der Wintermonate betrieben wurde, entwickelte sich mit der Zeit zu einem bedeutenden Handwerk und Wirtschaftszweig der Region.

Eine wichtige Grundlage dafür waren die natürlichen Voraussetzungen des Tales und das über Generationen weitergegebene handwerkliche Wissen. Neben religiösen Darstellungen und Krippenfiguren wurden auch profane Figuren und Holzspielzeug gefertigt. Gleichzeitig entwickelte sich ein weitreichender Handel: Grödner Kaufleute brachten die Arbeiten der heimischen Schnitzer über die Grenzen Südtirols hinaus und erschlossen Absatzmärkte in zahlreichen europäischen Ländern.

In diesem Umfeld liegen auch die Wurzeln von ANRI. Die Familie Riffeser war bereits im 19. Jahrhundert mit dem Handel von Grödner Holzschnitzereien verbunden. Damit begann die Geschichte nicht unmittelbar mit einer großen Manufaktur, sondern innerhalb jener gewachsenen Struktur aus Schnitzern, Heimarbeit und Händlern, die die Holzschnitzkunst in Gröden über lange Zeit geprägt hatte.

Aus dieser regionalen Tradition sollte im 20. Jahrhundert ein Unternehmen entstehen, das Grödner Holzfiguren weit über Südtirol hinaus bekannt machte. Wie es dazu kam, führt unmittelbar zu Anton Riffeser und der Entstehung von ANRI.

Die Holzschnitzerei prägt das Grödnertal seit Jahrhunderten. Aus dieser gewachsenen Handwerkstradition gingen später bedeutende Manufakturen wie ANRI hervor.

2. Anton Riffeser und die Entstehung von ANRI

Eine zentrale Rolle in der Geschichte von ANRI spielte Anton Riffeser. Seine Familie war bereits zuvor im Handel mit Grödner Holzschnitzereien tätig. Anton Riffeser führte diese Verbindung zum heimischen Handwerk fort und schuf die Grundlage für das Unternehmen, das später unter dem Namen ANRI international bekannt werden sollte.

Das Jahr 1912 markiert einen wichtigen Punkt dieser Entwicklung. Anton Riffeser heiratete Karolina, die sich insbesondere um die Organisation der damals in Gröden verbreiteten Heimarbeit kümmerte. Zahlreiche Schnitzer fertigten Figuren in ihren eigenen Werkstätten und Häusern, während Anton Riffeser sich verstärkt dem Handel und dem Aufbau neuer Absatzmöglichkeiten widmete.

Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. Anton Riffeser geriet 1914 in russische Kriegsgefangenschaft und verbrachte mehrere Jahre in Sibirien. Auch dort blieb er mit Kunst und Handwerk verbunden: In einer Künstlerstube wurde geschnitzt, gemalt und gezeichnet. Während dieser Zeit erlernte er zudem Englisch – eine Fähigkeit, die ihm beim späteren Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen zugutekam.

Nach seiner Rückkehr nach Gröden zu Beginn der 1920er-Jahre nahm die Entwicklung des Unternehmens wieder Fahrt auf. Aus der Verbindung von Grödner Schnitzhandwerk, organisierter Heimarbeit und international ausgerichtetem Vertrieb entstand zunehmend jene Struktur, aus der ANRI hervorging.

Gut zu wissen

Woher kommt der Name ANRI?

Der Name ANRI ist unmittelbar mit der Familie Riffeser verbunden: Er setzt sich aus den ersten Buchstaben von ANton RIffeser zusammen. Aus dem Namen des Grödner Unternehmers wurde eine Marke, unter der Südtiroler Holzfiguren später weit über das Grödnertal hinaus bekannt wurden.

3. Vom Familienbetrieb zur internationalen Manufaktur

Nach seiner Rückkehr nach Gröden begann Anton Riffeser, das Unternehmen weiter auszubauen. Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung war Mitte der 1920er-Jahre der Bau der Villa ANRI in St. Christina in Gröden. Das Gebäude wurde zum neuen Mittelpunkt des Unternehmens und vereinte unter anderem Verwaltungs-, Lager-, Verpackungs- und Ausstellungsräume.

Mit dem Wachstum veränderte sich auch die Organisation der Herstellung. Zunächst blieb die für Gröden typische Heimarbeit von großer Bedeutung: Schnitzerinnen und Schnitzer fertigten Figuren nach vorgegebenen Modellen in ihren eigenen Werkstätten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zunehmend größere Werkstätten, in denen einzelne Arbeitsschritte gebündelt und die Herstellung effizienter organisiert werden konnte.

Gleichzeitig erschloss ANRI internationale Märkte. Die Holzfiguren aus Gröden wurden in zahlreiche Länder exportiert, wobei insbesondere die USA zu einem wichtigen Absatzmarkt wurden. Aus dem regional verwurzelten Familienunternehmen entwickelte sich so eine international bekannte Marke für geschnitzte Holzfiguren.

Der Erfolg hatte auch für das Grödnertal große Bedeutung. ANRI entwickelte sich zeitweise zu einem der wichtigen Arbeitgeber der Region. Neben den direkt im Unternehmen Beschäftigten waren zahlreiche Schnitzer und Heimarbeiter an der Herstellung beteiligt. Damit wurde ANRI nicht nur Teil der Geschichte der Grödner Holzschnitzkunst, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung des Tales.

Die zunehmende Größe des Unternehmens stellte ANRI jedoch vor eine besondere Herausforderung: Wie ließen sich Figuren in größeren Stückzahlen herstellen, ohne den handwerklichen Charakter der Grödner Holzschnitzerei aufzugeben? Die Antwort darauf zeigt ein Blick auf die Entstehung der ANRI Holzfiguren.

4. Wie ANRI Holzfiguren hergestellt wurden

Am Anfang einer ANRI Holzfigur stand der Entwurf eines Künstlers oder Bildhauers. Aus Zeichnungen und Modellen entstand eine Vorlage, die Haltung, Proportionen, Gesichtsausdruck und zahlreiche Details der späteren Figur bestimmte. Gerade diese künstlerischen Entwürfe sorgten dafür, dass sich die verschiedenen ANRI Serien trotz einer gemeinsamen Herkunft deutlich voneinander unterscheiden.

Mit zunehmender Nachfrage verband ANRI die traditionelle Holzschnitzerei mit einer stärker organisierten Fertigung. Das Holz konnte für wiederkehrende Modelle maschinell vorgearbeitet und in seine grundlegende Form gebracht werden. Die so entstandenen Rohlinge waren jedoch noch keine fertigen Figuren. Wesentliche Details mussten anschließend von erfahrenen Schnitzern ausgearbeitet werden.

Dabei entstanden Gesichtszüge, Hände, Haare, Gewandfalten und andere feine Konturen, die einer Figur ihren individuellen Ausdruck verleihen. Je nach Serie und Ausführung folgten weitere Arbeitsschritte bei der Oberflächenbehandlung und Bemalung. So ließ sich ein einmal entwickelter künstlerischer Entwurf über längere Zeit in einer gleichbleibenden Formensprache fortführen.

Gerade für die später so beliebten ANRI Krippenserien war dieses Prinzip entscheidend. Figuren konnten über viele Jahre hinweg ergänzt werden und blieben dennoch in Stil und Proportion aufeinander abgestimmt. Damit war zugleich die Grundlage für jene umfangreichen Figurenwelten geschaffen, die ANRI bei Krippenliebhabern und Sammlern bekannt machten.

Handwerk und organisierte Fertigung gingen bei ANRI Hand in Hand. Vorgearbeitete Holzformen wurden von erfahrenen Schnitzern ausgearbeitet und erhielten so die charakteristischen Details der jeweiligen Figurenserie.

5. Die Künstler hinter den ANRI Krippenfiguren

Ein wesentlicher Teil des Erfolgs von ANRI lag in der Zusammenarbeit mit Künstlern und Bildhauern. Sie entwarfen Figuren mit einer eigenen Formensprache, die anschließend von den Grödner Schnitzern in Holz umgesetzt wurden. Dadurch entstand nicht die eine typische „ANRI Krippe“, sondern eine Vielzahl eigenständiger Krippenserien mit unterschiedlichen Charakteren.

Zu den bekannten Künstlern zählt Karl Kuolt. Seine Krippenfiguren zeichnen sich durch eine bewusst schlichte und ausdrucksstarke Gestaltung aus. Die Ursprünge seiner Krippenentwürfe reichen in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Aus ihnen entwickelte sich eine umfangreiche Figurenwelt, die heute zu den klassischen ANRI Krippenserien zählt.

Eine andere Handschrift trägt die Ulrich Bernardi Krippe. Der Grödner Bildschnitzer Ulrich Bernardi entwickelte Anfang der 1960er-Jahre die ersten Figuren dieser Serie. Ihre alpenländisch geprägte, harmonische Gestaltung und die große Zahl unterschiedlicher Figuren machten sie zu einer der bekanntesten ANRI Sammlerkrippen. Über viele Jahre kamen weitere Charaktere und Szenen hinzu.

Auch Walter Bacher schuf Entwürfe für ANRI und verlieh seinen Figuren einen eigenständigen Ausdruck. Daneben entstanden weitere bekannte Figurenwelten wie die Florentiner Krippe und die Heilig-Land-Krippe. Die verschiedenen Serien zeigen, wie unterschiedlich die Weihnachtsgeschichte innerhalb derselben Manufaktur interpretiert werden konnte.

Diese Vielfalt gehört zu den Besonderheiten von ANRI: Nicht die Manufaktur allein bestimmte das Aussehen einer Krippe, sondern vor allem die künstlerische Handschrift des jeweiligen Entwerfers. ANRI verband diese Entwürfe mit dem handwerklichen Können der Grödner Schnitzer und machte daraus über viele Jahre fortführbare Krippenserien.

6. Bekannte ANRI Krippen und ihre Besonderheiten

Die Vielfalt der ANRI Krippen zeigt sich besonders deutlich beim Vergleich der einzelnen Serien. Obwohl sie alle mit derselben Manufaktur verbunden sind, unterscheiden sie sich in Ausdruck, Stil und Figurenwelt teilweise erheblich. Für Krippenliebhaber bedeutet das: Eine ANRI Krippe ist nicht einfach an einem einheitlichen Erscheinungsbild zu erkennen – entscheidend ist die jeweilige Serie.

Zu den traditionsreichen Serien gehört die Karl Kuolt Krippe. Ihre Figuren wirken bewusst schlicht und konzentrieren sich auf klare Formen und ausdrucksstarke Haltungen. Dadurch besitzt sie einen zurückhaltenden Charakter, der sich deutlich von stärker ausgeschmückten Krippendarstellungen unterscheidet.

Die Ulrich Bernardi Krippe steht dagegen für eine umfangreiche, alpenländisch geprägte Figurenwelt. Neben der Heiligen Familie, Königen und Hirten entstanden zahlreiche weitere Personen und Tiere. Gerade diese große Auswahl machte es möglich, eine zunächst kleine Krippe über viele Jahre Schritt für Schritt zu einer lebendigen Krippenlandschaft auszubauen.

Weitere Facetten zeigen die Walter Bacher Krippe, die Florentiner Krippe und die Heilig-Land-Krippe. Jede dieser Serien interpretiert Figuren, Kleidung und Charaktere auf ihre eigene Weise. Dadurch konnten Krippenliebhaber eine Figurenwelt wählen, die zu ihrem persönlichen Geschmack und zur Gestaltung ihrer Weihnachtskrippe passte.

Viele Serien wurden zudem in unterschiedlichen Figurengrößen angeboten. Für eine bestehende ANRI Krippe ist deshalb nicht nur die richtige Serie entscheidend, sondern auch die passende Größe. Figuren verschiedener Serien oder Maßstäbe lassen sich nicht ohne Weiteres miteinander kombinieren – selbst wenn sie alle von ANRI stammen.

Gerade diese Kombination aus eigenständigem Künstlerstil, großer Figurenvielfalt und verschiedenen Größen machte viele ANRI Serien zu klassischen Sammlerkrippen. Statt eine Krippe einmal vollständig zu kaufen, konnten Besitzer ihre Figurenwelt über Jahre hinweg erweitern und immer wieder neue Szenen entstehen lassen.

Gut zu wissen

Welche ANRI Krippe habe ich?

Wer bereits ältere ANRI Krippenfiguren besitzt, kennt nicht immer die genaue Serie oder Figurengröße. Der Name ANRI allein reicht für die Zuordnung nicht aus, denn die Manufaktur fertigte zahlreiche Krippen nach den Entwürfen unterschiedlicher Künstler und in verschiedenen Größen.

Hinweise geben vor allem Gestaltung und Proportionen der Figuren, die künstlerische Handschrift sowie vorhandene Kennzeichnungen. Auch Vergleichsfiguren einer bekannten Serie können bei der Einordnung helfen. Für eine spätere Ergänzung sollten sowohl Krippenserie als auch Figurengröße möglichst eindeutig bestimmt sein.

Wenn Sie Ihre vorhandenen ANRI Figuren nicht sicher zuordnen können, unterstützen wir Sie aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit den verschiedenen Serien gerne bei der Einordnung.

7. Warum ANRI Krippen zu Sammlerkrippen wurden

Eine Weihnachtskrippe muss nicht von Anfang an vollständig sein. Gerade bei vielen ANRI Krippen gehörte das schrittweise Erweitern über Jahre hinweg zum besonderen Reiz. Aus einer Heiligen Familie konnte nach und nach eine umfangreiche Krippenszene mit Königen, Hirten, Tieren und zahlreichen weiteren Figuren entstehen.

Möglich wurde dies durch die große Figurenvielfalt vieler Serien. Neben den zentralen Figuren der Weihnachtsgeschichte entstanden Nebenfiguren, unterschiedliche Hirten, Frauen und Kinder, Handwerker sowie zahlreiche Tiere. Damit ließ sich nicht nur die Geburt Christi darstellen, sondern eine ganze Szenerie rund um das Geschehen gestalten.

Für viele Besitzer entwickelte sich daraus eine persönliche Tradition. Eine neue Figur konnte jedes Jahr zu Weihnachten hinzukommen, verschenkt oder zu einem besonderen Anlass erworben werden. So wuchs die Krippe über einen langen Zeitraum – und mit ihr häufig auch die persönliche Geschichte der Sammlung.

Besonders wertvoll war dabei die Kontinuität innerhalb einer Serie. Wurde eine Krippe über Jahre ergänzt, blieben die Figuren in Stil, Proportion und Ausdruck aufeinander abgestimmt. Voraussetzung war allerdings, dass Serie und Figurengröße korrekt gewählt wurden.

Auch heute begegnen uns deshalb ANRI Krippen, die bereits seit Jahrzehnten in einer Familie stehen. Manche wurden von Eltern oder Großeltern begonnen und später an die nächste Generation weitergegeben. Gerade diese Verbindung aus Sammeln, Erweitern und Weitergeben erklärt, warum viele ANRI Krippen für ihre Besitzer weit mehr sind als eine saisonale Weihnachtsdekoration.

8. Das Ende der ANRI Produktion

Die Geschichte von ANRI als produzierende Manufaktur endete im Jahr 2021. Nach rund einem Jahrhundert wurde die Herstellung in St. Christina in Gröden eingestellt. Damit ging ein bedeutendes Kapitel der Grödner Holzschnitzgeschichte zu Ende.

Die Einstellung der Produktion bedeutet jedoch nicht, dass die Bedeutung der ANRI Figuren verschwunden ist. Über viele Jahrzehnte entstanden große Stückzahlen und umfangreiche Krippenserien, die sich heute in privaten Sammlungen und Familienbesitz befinden. Viele dieser Weihnachtskrippen werden weiterhin jedes Jahr aufgebaut, gepflegt und innerhalb der Familie weitergegeben.

Für Sammler hat sich die Situation allerdings verändert: Neue Figuren werden nicht mehr produziert. Wer eine bestehende ANRI Krippe ergänzen möchte, ist daher auf noch vorhandene Bestände oder bereits gefertigte Figuren angewiesen. Gerade bei bestimmten Serien, Figurengrößen und einzelnen Charakteren kann die Verfügbarkeit entsprechend begrenzt sein.

Umso wichtiger ist es, eine vorhandene Krippe vor einer Erweiterung richtig einzuordnen. Serie, Figurengröße und Ausführung sollten zur bestehenden Sammlung passen. Eine vermeintlich ähnliche ANRI Figur kann einer anderen Künstler-Serie angehören und sich dadurch in Proportion, Gestaltung oder Ausdruck deutlich unterscheiden.

Auch nach dem Ende der Produktion bleiben ANRI Krippen damit ein lebendiger Teil der Südtiroler Holzschnitztradition. Die erhaltenen Figuren dokumentieren nicht nur unterschiedliche künstlerische Handschriften, sondern auch eine Epoche, in der Holzfiguren aus dem Grödnertal ihren Weg zu Krippenliebhabern in aller Welt fanden.

Die große Figurenvielfalt vieler ANRI Serien ermöglichte es, eine Weihnachtskrippe über viele Jahre hinweg zu erweitern und immer neue Szenen zu gestalten.

9. ANRI und Holzschnitzereien Scheiderer

Mit ANRI verbindet auch Holzschnitzereien Scheiderer eine lange gemeinsame Geschichte. Über viele Jahre gehörten die Krippenfiguren der Grödner Manufaktur fest zu unserem Sortiment und wurden sowohl in unserem Geschäft in Augsburg als auch auf dem Augsburger Christkindlesmarkt angeboten.

Dabei ging es häufig nicht um den einmaligen Kauf einer vollständigen Krippe. Viele unserer Kunden begannen mit wenigen Figuren und erweiterten ihre ANRI Krippe über Jahre hinweg. Neue Hirten, Tiere oder andere Charaktere kamen hinzu, bestehende Szenen wurden vergrößert und manche Sammlungen schließlich innerhalb der Familie weitergegeben.

Aus dieser langjährigen Beschäftigung mit ANRI entstand viel praktische Erfahrung mit den unterschiedlichen Krippenserien, Künstlern und Figurengrößen. Dieses Wissen ist heute besonders hilfreich, wenn eine ältere ANRI Krippe ergänzt werden soll. Denn nach Jahrzehnten ist nicht immer bekannt, welche Serie ursprünglich gekauft wurde oder in welcher Größe die vorhandenen Figuren ausgeführt sind.

Auch nach dem Ende der ANRI Produktion begleiten uns diese Krippen deshalb weiterhin. Wenn Sie bereits ANRI Krippenfiguren besitzen und Ihre Serie oder Figurengröße nicht sicher bestimmen können, helfen wir Ihnen gerne bei der Einordnung und prüfen gemeinsam, welche passenden Ergänzungen noch verfügbar sind.

Unser Tipp

Sie möchten eine bestehende ANRI Krippe ergänzen?

Wenn Sie eine ältere ANRI Krippe besitzen und Serie oder Figurengröße nicht sicher kennen, helfen wir Ihnen gerne bei der Einordnung. Fotos Ihrer vorhandenen Figuren und die gemessene Höhe einer stehenden Figur sind dafür besonders hilfreich. Anschließend können wir prüfen, welche Serie Sie besitzen und welche passenden Ergänzungen noch verfügbar sind.

10. ANRI – ein Stück Grödner Holzschnitzgeschichte

Die Geschichte von ANRI ist eng mit der Holzschnitzkunst des Grödnertals verbunden. Aus den traditionellen Strukturen von Schnitzern, Heimarbeit und Handel entwickelte sich im 20. Jahrhundert eine Manufaktur, deren Holzfiguren weit über Südtirol hinaus bekannt wurden.

Einen besonderen Anteil daran hatte die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstlern. Ihre Entwürfe verliehen den ANRI Krippen jeweils eine eigene Handschrift und schufen Figurenwelten, die über viele Jahre erweitert werden konnten. Gerade Serien wie die Karl Kuolt Krippe oder die Ulrich Bernardi Krippe zeigen, wie sich künstlerischer Entwurf und Grödner Schnitzhandwerk miteinander verbanden.

Mit der Einstellung der Produktion im Jahr 2021 endete die Geschichte von ANRI als produzierender Manufaktur. Die entstandenen Figuren und Krippen blieben jedoch erhalten. Viele stehen bis heute jedes Weihnachten in Familien, werden gesammelt, weitergegeben und – soweit passende Figuren noch verfügbar sind – ergänzt.

Damit ist ANRI heute mehr als der Name einer ehemaligen Manufaktur. Die Figuren erzählen von Grödner Handwerkstradition, der Familie Riffeser, verschiedenen Künstlergenerationen und einer besonderen Form des Krippensammelns. Für viele Besitzer kommt noch eine ganz persönliche Geschichte hinzu: die Erinnerung daran, wann eine Figur zur eigenen Krippe gekommen ist und von wem sie vielleicht einmal weitergegeben wurde.

Sandra Landherr

Über den Autor

Sandra Landherr

Holzschnitzereien Scheiderer

Sandra Landherr beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Weihnachtskrippen, Krippenfiguren und Holzschnitzereien. Im Magazin teilt sie Erfahrungen aus der Beratung, Produktauswahl und der täglichen Arbeit mit unterschiedlichen Krippenserien.

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