TRADITIONELLES HANDWERK
Krippenfiguren aus Holz verbinden eine jahrhundertealte Schnitztradition mit einer großen Vielfalt an Formen und Stilrichtungen. Von klassischen Südtiroler Krippenfiguren bis zu modernen, reduzierten Entwürfen entstehen Figuren, bei denen nicht nur die Gestaltung, sondern auch Holzart, Herstellung und handwerkliche Ausarbeitung ihre spätere Wirkung bestimmen.
Doch Holzfigur ist nicht gleich Holzfigur. Linde, Ahorn und Zirbelholz besitzen unterschiedliche Eigenschaften, bei der Herstellung können traditionelle Handarbeit und moderne technische Verfahren zusammenspielen, und auch die Oberflächen reichen von naturbelassen über gebeizt bis handbemalt. Gerade diese Unterschiede entscheiden darüber, wie eine Krippenfigur aussieht, wie fein Details ausgearbeitet werden können und welchen Charakter sie erhält.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Krippenfiguren aus Holz entstehen, welche Holzarten sich für die Schnitzerei eignen und woran sich eine hochwertig gearbeitete Figur erkennen lässt. Außerdem erklären wir, welche Rolle Schnitzer, Bildhauer und Fassmaler bei der Herstellung spielen und warum selbst Figuren derselben Serie kleine individuelle Unterschiede aufweisen können.
Kurz zusammengefasst
Bei Krippenfiguren aus Holz bestimmen vor allem Holzart, künstlerischer Entwurf und handwerkliche Ausarbeitung den späteren Charakter. Klassische Schnitzhölzer wie Ahorn und Linde ermöglichen feine Details, während Zirbelholz besonders durch seine lebendige Maserung und seinen natürlichen Duft wirkt. Je nach Hersteller und Serie können bei der Herstellung auch Maschinen vorbereitende Arbeitsschritte übernehmen – entscheidend für die Qualität sind die sorgfältige Ausarbeitung der Details und die anschließende Oberflächengestaltung.
In diesem Artikel
1. Warum Krippenfiguren traditionell aus Holz geschnitzt werden
Holz gehört zu den ältesten Werkstoffen für die Herstellung von Krippenfiguren. Besonders in Regionen mit ausgeprägter Schnitztradition – etwa im Grödnertal in Südtirol – war das Material unmittelbar verfügbar und ließ sich mit vergleichsweise einfachen Werkzeugen bearbeiten. Über Generationen entwickelte sich daraus ein spezialisiertes Handwerk, das bis heute eng mit der Weihnachtskrippe verbunden ist.
Für Bildhauer und Schnitzer bietet Holz besondere gestalterische Möglichkeiten. Aus einem zunächst schlichten Holzstück lassen sich Gesichtszüge, Hände, Gewandfalten, Haare und feinste Details herausarbeiten. Gleichzeitig besitzt das Material selbst eine sichtbare Struktur. Maserung, Farbton und natürliche Unterschiede sorgen dafür, dass eine geschnitzte Figur nie vollkommen wie ein industriell gefertigtes Objekt wirkt.
Welche Wirkung eine Krippenfigur später besitzt, hängt dabei wesentlich vom verwendeten Holz ab. Ein fein strukturiertes, gleichmäßiges Holz eignet sich beispielsweise für andere Gestaltungen als eine Holzart mit ausgeprägter Maserung und sichtbaren Ästen. Die Wahl des Materials ist deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine gestalterische Entscheidung.
Hinzu kommt die besondere Haptik des Naturmaterials. Gerade bei naturbelassenen Krippenfiguren bleiben Holzstruktur und Schnitzspuren sichtbar und fühlbar. Bei gebeizten oder bemalten Figuren tritt das Holz optisch teilweise stärker in den Hintergrund, bildet aber weiterhin die Grundlage für Form und Ausarbeitung.
So verbindet eine Krippenfigur aus Holz immer mehrere Ebenen miteinander: Naturmaterial, künstlerischen Entwurf und handwerkliche Bearbeitung. Wie aus dem ausgewählten Holz schließlich eine fertige Figur entsteht, hängt jedoch stark von der jeweiligen Herstellungsweise ab.
2. Wie entsteht eine Krippenfigur aus Holz?
Am Anfang einer Krippenfigur steht nicht das Schnitzmesser, sondern die Idee des Bildhauers. In Zeichnungen und Modellen werden Haltung, Proportionen, Gesichtsausdruck und Kleidung der späteren Figur festgelegt. Bei einer Krippenserie ist dieser Entwurf besonders wichtig, denn Maria, Josef, Hirten, Könige und Tiere sollen trotz unterschiedlicher Körperhaltungen eine harmonische Figurenwelt bilden.
Auf Grundlage des Modells wird das passende Holz ausgewählt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet. Je nach Herstellungsweise kann der Bildhauer direkt aus dem Holzblock arbeiten oder bei Figurenserien zunächst ein Rohling entstehen. Moderne Schnitzmaschinen können dabei Teile der groben Formgebung übernehmen und die wesentlichen Konturen der Figur vorbereiten.
Anschließend beginnt die entscheidende handwerkliche Ausarbeitung. Mit unterschiedlichen Schnitzeisen werden Gesichtszüge, Hände, Haare und Gewandfalten herausgearbeitet, Übergänge verfeinert und kleine Details ergänzt. Gerade an diesen Bereichen lässt sich später häufig erkennen, wie sorgfältig eine Krippenfigur gearbeitet wurde.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt das Gesicht. Bereits kleine Veränderungen an Augen, Mund, Nase oder Kopfhaltung können den Ausdruck einer Figur deutlich verändern. Ein Hirte soll anders wirken als ein König, Maria anders als Josef – obwohl alle Figuren derselben gestalterischen Handschrift folgen.
Nach der Schnitzarbeit ist die Figur jedoch noch nicht zwangsläufig fertig. Je nach gewünschter Ausführung bleibt das Holz naturbelassen, wird gebeizt oder anschließend von Hand bemalt und gefasst. Damit kommt ein weiterer Arbeitsschritt hinzu, der den Charakter derselben geschnitzten Grundfigur deutlich verändern kann.
Die Herstellung einer Krippenfigur ist deshalb ein Zusammenspiel aus künstlerischem Entwurf, Material, technischer Vorbereitung und handwerklichem Können. Wie hoch der Anteil einzelner Arbeitsschritte ist, unterscheidet sich je nach Werkstatt, Hersteller und Figurenserie – und genau diese Unterschiede sind wichtig, wenn man die Qualität einer Holzfigur beurteilen möchte.
Gut zu wissen
Handgeschnitzt bedeutet nicht immer: vom Holzblock bis zur fertigen Figur
Bei vielen hochwertigen Krippenfiguren aus Holz können heute Maschinen vorbereitende Arbeitsschritte übernehmen und die Grundform einer Figur herausarbeiten. Anschließend werden Gesicht, Hände, Gewänder und weitere Details vom Schnitzer nachbearbeitet und verfeinert.
Der Einsatz einer Schnitzmaschine sagt deshalb allein noch wenig über die Qualität einer Krippenfigur aus. Entscheidend ist, wie sorgfältig der Entwurf umgesetzt wird, welche Bereiche von Hand ausgearbeitet werden und wie hochwertig die anschließende Oberflächengestaltung erfolgt.
Wer Krippenfiguren miteinander vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf die Bezeichnung „handgeschnitzt“ achten, sondern vor allem auf Ausdruck, Detailtiefe, Proportionen und Qualität der handwerklichen Ausarbeitung.
3. Welche Holzarten eignen sich für Krippenfiguren?
Die Wahl des Holzes beeinflusst wesentlich, wie fein eine Krippenfigur geschnitzt werden kann und wie sie später wirkt. Holzarten unterscheiden sich in Härte, Faserstruktur, Farbe und Maserung. Für hochwertige Krippenfiguren werden deshalb bevorzugt Hölzer verwendet, die sich gut bearbeiten lassen und zur gewünschten Gestaltung der Figur passen.
Besonders verbreitet ist Ahornholz. Es besitzt eine feine, gleichmäßige Struktur und ermöglicht eine präzise Ausarbeitung von Gesichtszügen, Händen, Haaren und Gewandfalten. Gleichzeitig ist Ahorn relativ hart und widerstandsfähig. Gerade bei detailreichen Krippenfiguren und Figurenserien aus Südtirol spielt es deshalb eine wichtige Rolle.
Ein klassisches Schnitzholz ist außerdem Lindenholz. Es ist weicher als Ahorn, lässt sich sehr gut bearbeiten und eignet sich ebenfalls für feine Details. Die eher zurückhaltende Maserung lenkt wenig von der eigentlichen Form ab. Lindenholz wird deshalb seit Jahrhunderten für Skulpturen und religiöse Holzfiguren verwendet.
Einen ganz anderen Charakter besitzt Zirbelholz. Die im Alpenraum heimische Zirbelkiefer zeigt eine deutlich lebendigere Maserung und häufig sichtbare Äste. Diese natürlichen Merkmale werden bei naturbelassenen Figuren bewusst Teil der Gestaltung. Hinzu kommt der charakteristische Duft des Zirbelholzes, der besonders bei unbehandelten Figuren wahrnehmbar ist.
Welche Holzart die beste Wahl ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Für eine sehr fein ausgearbeitete Figur kann ein gleichmäßig strukturiertes Holz wie Ahorn besonders geeignet sein, während bei einer Zirbelholz-Krippenfigur gerade Maserung, Äste und natürlicher Holzcharakter Teil ihrer besonderen Wirkung sind.
Entscheidend ist letztlich das Zusammenspiel von Holzart, Entwurf und handwerklicher Bearbeitung. Ein hochwertiges Schnitzholz allein macht noch keine hochwertige Krippenfigur – erst die Arbeit des Bildhauers und Schnitzers verwandelt das Material in eine ausdrucksstarke Figur.
4. Ahorn, Linde, Esche oder Zirbelholz – worin liegen die Unterschiede?
Obwohl sich Ahorn, Linde und Zirbelholz für die Schnitzerei eignen, besitzen sie unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen. Welche Holzart für eine Krippenfigur gewählt wird, hängt deshalb nicht nur von der Bearbeitbarkeit ab, sondern auch davon, welcher Charakter mit der fertigen Figur erreicht werden soll.
Ahornholz eignet sich besonders gut für Figuren mit einer feinen und präzisen Formensprache. Seine vergleichsweise gleichmäßige Struktur ermöglicht die sorgfältige Ausarbeitung kleiner Details. Bei bemalten oder gebeizten Krippenfiguren tritt das Holz optisch häufig etwas in den Hintergrund – der Entwurf und die Schnitzarbeit bestimmen dann besonders stark das Erscheinungsbild.
Lindenholz lässt sich leichter bearbeiten und besitzt ebenfalls eine feine, relativ unauffällige Struktur. Dadurch eignet es sich sowohl für kleinere Details als auch für größere geschnitzte Figuren. Nicht ohne Grund gehört Linde seit Jahrhunderten zu den klassischen Materialien der europäischen Bildschnitzerei.
Auch Eschenholz wird für geschnitzte Figuren verwendet. Es ist vergleichsweise hart und besitzt eine markante, gut sichtbare Maserung. Dadurch eignet es sich besonders für Figuren, bei denen der natürliche Charakter des Holzes bewusst Teil der Gestaltung sein soll. Vor allem bei naturbelassenen Arbeiten kann die lebendige Struktur der Esche deutlich hervortreten.
Bei Zirbelholz ist das Holz selbst dagegen ein wesentlicher Teil der Gestaltung. Deutlich sichtbare Maserungen, Farbunterschiede und Äste sorgen dafür, dass zwei Figuren nach demselben Modell unterschiedlich wirken können. Gerade bei naturbelassenen Krippenfiguren wird dieser individuelle Holzcharakter bewusst sichtbar gelassen.
Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: Zirbelholz besitzt seinen typischen natürlichen Duft. Dadurch wird die Holzart nicht nur optisch und haptisch, sondern auch über den Geruch wahrgenommen – eine Eigenschaft, die bei Krippenfiguren aus Ahorn oder Linde wesentlich weniger ausgeprägt ist.
Keine dieser Holzarten ist grundsätzlich besser als die andere. Ahorn und Linde eignen sich hervorragend für fein ausgearbeitete Formen, während Esche und Zirbel stärker durch ihren sichtbaren Holzcharakter wirken können. Entscheidend ist, wie Holzart, Entwurf, Schnitzarbeit und gewünschte Oberfläche zusammenspielen.
5. Natur, gebeizt oder bemalt – wie die Oberfläche den Charakter verändert
Nach dem Schnitzen ist eine Krippenfigur nicht zwangsläufig fertig. Die Gestaltung der Oberfläche entscheidet wesentlich darüber, wie stark das verwendete Holz sichtbar bleibt und welchen Charakter die fertige Figur erhält. Besonders verbreitet sind naturbelassene, gebeizte und bemalte Ausführungen.
Bei naturbelassenen Krippenfiguren steht das Holz selbst im Mittelpunkt. Maserung, Farbunterschiede und natürliche Strukturen bleiben sichtbar und machen jede Figur ein wenig anders. Auch die Schnitzarbeit lässt sich unmittelbar erkennen, weil keine farbliche Gestaltung die Oberfläche überdeckt. Gerade bei Hölzern mit ausgeprägter Struktur kann das Material dadurch zu einem wichtigen Teil des Entwurfs werden.
Beim Beizen erhält das Holz zusätzliche Farbtöne, ohne dass seine natürliche Struktur vollständig verdeckt wird. Je nach Technik können Gewänder, Haare und andere Bereiche unterschiedlich betont werden. Bei mehrfach gebeizten Figuren entstehen so stärkere Kontraste und eine größere Tiefenwirkung, während der Holzcharakter weiterhin sichtbar bleibt.
Eine weitere traditionelle Form der Gestaltung ist die Bemalung von Hand. Nach der Schnitzarbeit werden Haut, Kleidung, Haare und kleine Details farblich ausgearbeitet. Je nach Figurenserie reicht die Gestaltung von zurückhaltenden, natürlichen Farbtönen bis zu aufwendigen Fassungen mit zahlreichen feinen Details.
Auch Figuren nach demselben Modell können deshalb in Natur, gebeizt und bemalt vollkommen unterschiedlich wirken. Während bei einer Naturfigur Material und Schnitzspuren besonders präsent sind, rückt bei einer bemalten Figur zusätzlich die Arbeit des Fassmalers und die farbliche Gestaltung in den Vordergrund.
Welche Ausführung hochwertiger ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der jeweiligen Ausführung: Bei Naturfiguren sollte die Schnitzarbeit überzeugen, bei gebeizten Figuren die Abstimmung der unterschiedlichen Töne und bei bemalten Figuren zusätzlich die Präzision und Harmonie der Bemalung.
6. Die Bemalung – wenn die Krippenfigur ihren endgültigen Ausdruck erhält
Bei bemalten Krippenfiguren beginnt nach der Schnitzarbeit ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt. Die Figur erhält nun ihre farbliche Fassung, die Gesicht, Kleidung, Haare und zahlreiche kleine Details hervorhebt. Dabei geht es nicht einfach darum, eine geschnitzte Figur mit Farbe zu versehen – die Bemalung muss zum Entwurf und zum Ausdruck der Figur passen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gesicht. Hauttöne, Augen, Augenbrauen, Lippen und feine Schattierungen können die Wirkung einer Figur deutlich verändern. Schon kleine Unterschiede entscheiden darüber, ob ein Gesicht ruhig, freundlich, nachdenklich oder lebendig erscheint. Eine sorgfältige Bemalung unterstützt deshalb die bereits vom Bildhauer und Schnitzer angelegte Mimik.
Auch bei den Gewändern entsteht durch die Farbgestaltung zusätzliche Tiefe. Unterschiedliche Farbtöne, Schattierungen und teilweise mehrere übereinanderliegende Farbaufträge können Falten und Konturen stärker hervorheben. Kleine Details wie Gürtel, Kopfbedeckungen, Gefäße oder mitgeführte Gegenstände werden ebenfalls passend zur jeweiligen Figur gestaltet.
Je nach Werkstatt und Figurenserie kann die Art der Bemalung sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Krippenfiguren besitzen eine kräftige und detailreiche Farbgebung, andere werden bewusst zurückhaltend und mit gedeckten Tönen gestaltet. Entscheidend ist, dass die Bemalung innerhalb einer Figurenserie eine einheitliche Handschrift besitzt.
Gerade bei einer handbemalten Figur können zudem kleine Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren entstehen. Ein Farbton fällt etwas heller aus, eine Schattierung verläuft geringfügig anders oder ein Gesicht erhält durch die Handarbeit eine leicht individuelle Wirkung. Solche Unterschiede gehören zum Charakter handwerklich gestalteter Holzfiguren.
Bei hochwertigen bemalten Krippenfiguren bilden deshalb Schnitzarbeit und Fassung eine Einheit. Eine gute Bemalung verdeckt die geschnitzten Details nicht, sondern unterstützt sie und verleiht der Figur ihren endgültigen Ausdruck.
Gut zu wissen
Warum sehen handbemalte Krippenfiguren nicht immer exakt gleich aus?
Bei handbemalten Krippenfiguren wird die farbliche Gestaltung von Hand aufgetragen. Dadurch können sich einzelne Exemplare desselben Modells in kleinen Details unterscheiden – beispielsweise bei Farbnuancen, Schattierungen oder der Ausarbeitung des Gesichts.
Auch das darunterliegende Holz ist ein Naturmaterial und kann Unterschiede in Farbton und Maserung aufweisen. Zwei Figuren derselben Serie müssen deshalb nicht vollkommen identisch aussehen.
Solche feinen Abweichungen sind bei handwerklich gefertigten Holzfiguren grundsätzlich kein Qualitätsmangel. Entscheidend ist vielmehr, dass Schnitzarbeit, Bemalung und Gesamtwirkung sorgfältig ausgeführt sind und die Figur zur gestalterischen Handschrift ihrer Serie passt.
7. Woran erkennt man hochwertige Krippenfiguren aus Holz?
Die Qualität einer Krippenfigur zeigt sich nicht allein daran, wie viele Details sie besitzt oder ob sie naturbelassen, gebeizt oder bemalt ist. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Entwurf, Proportionen, Schnitzarbeit und Oberflächengestaltung. Eine hochwertige Figur sollte sowohl aus der Entfernung als auch bei genauer Betrachtung stimmig wirken.
Besonders aufschlussreich sind Gesicht und Hände. Augen, Nase und Mund bestimmen wesentlich den Ausdruck einer Figur, während sauber ausgearbeitete Finger handwerklich anspruchsvoll sind. Die Gesichtszüge sollten klar erkennbar sein und zur Haltung der Figur passen. Auch bei kleineren Krippenfiguren sollte das Gesicht nicht lediglich schematisch oder ausdruckslos erscheinen.
Ein weiterer Blick lohnt sich auf Gewänder, Haare und Übergänge. Gut herausgearbeitete Falten folgen der Körperhaltung und lassen Kleidung natürlich wirken. Haare, Bärte und kleine Gegenstände sollten erkennbar gestaltet sein, ohne dass die Figur dadurch unruhig oder überladen erscheint.
Ebenso wichtig sind die Proportionen. Kopf, Hände und Körper sollten harmonisch zueinander passen. Bei einer Figurenserie kommt hinzu, dass Maria, Josef, Hirten, Könige und Tiere eine gemeinsame gestalterische Handschrift besitzen müssen. Erst dadurch entsteht später eine Krippenszene, deren Figuren tatsächlich zusammengehören.
Bei naturbelassenen Figuren lässt sich die Schnitzarbeit besonders unmittelbar beurteilen. Bei gebeizten und bemalten Figuren kommt die Qualität der Oberflächengestaltung hinzu. Farben sollten die geschnitzten Konturen unterstützen und nicht verdecken; Gesichtszüge und kleine Details sollten sorgfältig ausgearbeitet sein.
Auch die Unterseite und empfindliche Bereiche einer Figur verdienen Aufmerksamkeit. Hände, Finger, Stäbe, Kronen oder andere hervorstehende Elemente sollten sauber gearbeitet sein. Gleichzeitig gilt: Holz ist ein Naturmaterial. Maserungen, leichte Farbunterschiede und – je nach Holzart – Äste sind nicht automatisch Fehler, sondern können zum individuellen Charakter der Figur gehören.
Eine hochwertige Krippenfigur erkennt man deshalb nicht an einem einzigen Merkmal. Entscheidend ist der Gesamteindruck: Ein guter Entwurf, geeignetes Holz und sorgfältige handwerkliche Ausarbeitung müssen miteinander harmonieren. Gerade der Ausdruck einer Figur ist häufig das, was eine technisch sauber gearbeitete Holzfigur von einer wirklich besonderen Krippenfigur unterscheidet.
8. Warum gute Krippenfiguren ihren Preis haben
Bei Krippenfiguren aus Holz können die Preisunterschiede erheblich sein. Zwei Figuren derselben Größe können unterschiedlich viel kosten – selbst wenn sie auf den ersten Blick ähnlich wirken. Der Grund liegt häufig in der Entwicklung des Modells, der Zahl der Arbeitsschritte und der Qualität der handwerklichen Ausarbeitung.
Bereits die Entstehung einer Figurenserie ist mit Aufwand verbunden. Ein Bildhauer entwickelt die Modelle und legt Proportionen, Haltung, Gesichtsausdruck und zahlreiche Details fest. Bei umfangreichen Krippenserien müssen zudem viele unterschiedliche Figuren so gestaltet werden, dass sie später eine harmonische gemeinsame Figurenwelt ergeben.
Auch die eigentliche Herstellung beeinflusst den Preis. Selbst wenn Maschinen vorbereitende Arbeitsschritte übernehmen, folgen je nach Serie verschiedene manuelle Tätigkeiten. Je feiner Gesichter, Hände, Haare, Gewänder und kleine Gegenstände ausgearbeitet werden, desto größer kann der handwerkliche Aufwand sein.
Bei gebeizten oder bemalten Figuren kommen zusätzliche Arbeitsschritte hinzu. Besonders eine aufwendige Bemalung von Hand benötigt Zeit und Erfahrung. Hauttöne, Augen, Gewänder, Schattierungen und kleine Details werden einzeln gestaltet. Deshalb kann dieselbe geschnitzte Figur in einer aufwendig bemalten Ausführung deutlich mehr kosten als in Natur.
Auch die Figurengröße spielt eine Rolle. Größere Figuren benötigen mehr Material und bieten gleichzeitig mehr Fläche für eine detaillierte Ausarbeitung. Allerdings bedeutet „größer“ nicht automatisch „hochwertiger“: Eine kleinere, besonders fein geschnitzte und aufwendig gefasste Figur kann handwerklich anspruchsvoller sein als eine wesentlich größere, einfacher ausgeführte Figur.
Beim Vergleich von Krippenfiguren lohnt es sich deshalb, nicht allein den Preis pro Zentimeter oder die reine Figurengröße zu betrachten. Aussagekräftiger sind Entwurf, Holzart, Ausarbeitung, Oberflächengestaltung und der Umfang der tatsächlich geleisteten Handarbeit.
Eine hochwertige Krippenfigur bezahlt man damit nicht nur für das verwendete Stück Holz. Im Preis stecken auch künstlerischer Entwurf, handwerkliches Können und zahlreiche Arbeitsschritte, die aus dem Rohmaterial eine ausdrucksstarke Figur entstehen lassen.
9. Krippenfiguren aus Südtirol – eine lange Schnitztradition
Wenn heute von hochwertigen Krippenfiguren aus Holz gesprochen wird, spielt Südtirol eine besondere Rolle. Vor allem das Grödnertal entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem Zentrum der Holzschnitzerei. Aus der zunächst bäuerlich geprägten Heimarbeit entstanden spezialisierte Werkstätten, Bildhauer und Hersteller, deren Figuren weit über Südtirol hinaus bekannt wurden.
Diese Tradition zeigt sich bis heute in einer außergewöhnlichen Vielfalt. Traditionelle Krippen greifen häufig alpenländische Formen, detailreiche Gewänder und vertraute Darstellungen der Weihnachtsgeschichte auf. Daneben haben sich moderne Krippen mit reduzierten Formen, ruhigen Linien und einer zeitgemäßen Gestaltung entwickelt. So reicht die Südtiroler Figurenwelt heute von klassischen Krippendarstellungen bis zu bewusst schlichten und modernen Entwürfen.
Typisch für viele Südtiroler Krippenserien ist außerdem ihre große Erweiterbarkeit. Neben Maria, Josef und dem Jesuskind entstehen Hirten, Könige, Engel, Tiere, Handwerker und zahlreiche weitere Charaktere. Dadurch kann eine kleine Figurengruppe über viele Jahre zu einer umfangreichen Krippenlandschaft wachsen.
Auch bei der Herstellung verbindet sich Tradition heute mit modernen Verfahren. Bildhauer entwickeln die Modelle, Maschinen können je nach Serie vorbereitende Arbeitsschritte übernehmen und Schnitzer sowie Fassmaler sorgen anschließend für die handwerkliche Ausarbeitung. Wie groß der jeweilige Anteil ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller und von Serie zu Serie.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Herkunftsangabe „Südtirol“, sondern die Qualität der konkreten Figur. Ein stimmiger Entwurf, geeignetes Holz, sorgfältige Schnitzarbeit und eine hochwertige Oberflächengestaltung sind letztlich die Merkmale, an denen sich eine gute Krippenfigur beurteilen lässt.
Gut zu wissen
„Aus Südtirol“ allein ist noch kein Qualitätsmerkmal
Südtirol und besonders das Grödnertal stehen für eine lange Tradition der Holzschnitzerei. Dennoch sollte die Herkunft einer Krippenfigur nicht das einzige Kriterium für ihre Qualität sein. Herstellungsverfahren und Umfang der handwerklichen Ausarbeitung können sich je nach Werkstatt und Figurenserie deutlich unterscheiden.
Achten Sie deshalb zusätzlich auf Proportionen, Gesichtsausdruck, Hände, Gewandfalten und Oberflächengestaltung. Bei bemalten Figuren kommt die Qualität der Fassung hinzu, bei naturbelassenen Figuren sind Schnitzarbeit und Holzstruktur besonders gut sichtbar.
Eine hochwertige Krippenfigur überzeugt letztlich durch das Zusammenspiel aus gutem Entwurf, geeignetem Holz und sorgfältiger handwerklicher Ausarbeitung – unabhängig davon, wie prominent ihre Herkunft beworben wird.
10. Wie pflegt man Krippenfiguren aus Holz richtig?
Hochwertige Krippenfiguren aus Holz können über viele Jahre und sogar über Generationen erhalten bleiben. Voraussetzung ist ein sorgsamer Umgang mit dem Naturmaterial – sowohl während der Weihnachtszeit als auch bei der Lagerung über den Rest des Jahres.
Für die regelmäßige Reinigung genügt meist ein weicher, trockener Pinsel oder ein weiches Tuch. Besonders in Gewandfalten, Haaren und anderen feinen Vertiefungen lässt sich Staub mit einem Pinsel vorsichtig entfernen. Wasser, aggressive Reinigungsmittel oder Polituren sollten nicht ohne entsprechende Herstellerempfehlung verwendet werden, da sie Holz, Beize oder Bemalung verändern können.
Auch der Aufstellort spielt eine Rolle. Holz reagiert auf seine Umgebung. Starke Feuchtigkeit, große Temperaturschwankungen und intensive direkte Sonneneinstrahlung können dem Material oder der Oberflächengestaltung auf Dauer schaden. Ein trockener Standort mit möglichst gleichmäßigen Bedingungen ist daher empfehlenswert.
Besondere Vorsicht ist beim Anfassen und Verpacken empfindlicher Details geboten. Finger, Stäbe, Kronen, Flügel und andere hervorstehende Elemente können wesentlich leichter beschädigt werden als der eigentliche Figurenkörper. Krippenfiguren sollten deshalb möglichst am stabilen Körper und nicht an solchen Details angehoben werden.
Nach Weihnachten empfiehlt sich eine trockene und geschützte Lagerung. Einzelne Figuren sollten so verpackt werden, dass sie nicht gegeneinanderstoßen oder unter Druck geraten. Gerade bei einer über Jahre gewachsenen Krippe lohnt sich außerdem eine übersichtliche Aufbewahrung, damit zusammengehörige Figuren und empfindliche Einzelteile beim nächsten Aufbau schnell wiedergefunden werden.
Mit der richtigen Pflege benötigen geschnitzte Holzfiguren nur wenig Aufwand. Gerade darin liegt eine ihrer besonderen Eigenschaften: Eine sorgfältig gefertigte und gut behandelte Krippenfigur kann viele Weihnachtsfeste begleiten und später sogar an die nächste Generation weitergegeben werden.
11. Welche Krippenfiguren passen zusammen?
Eine Weihnachtskrippe wirkt besonders harmonisch, wenn ihre Figuren in Stil, Größe und Ausführung aufeinander abgestimmt sind. Wer eine bestehende Krippe erweitern möchte, sollte deshalb nicht allein danach entscheiden, ob eine einzelne Figur gefällt. Entscheidend ist, ob sie sich auch gestalterisch in die vorhandene Figurenwelt einfügt.
Am einfachsten gelingt das innerhalb derselben Krippenserie. Die Figuren wurden nach einer gemeinsamen Formensprache entwickelt und besitzen aufeinander abgestimmte Proportionen, Gesichtszüge und Kleidung. Maria, Josef, Hirten, Könige und Tiere wirken dadurch auch dann zusammengehörig, wenn sie über mehrere Jahre hinweg gekauft wurden.
Ebenso wichtig ist die richtige Figurengröße. Die Größenangabe einer Krippenserie orientiert sich üblicherweise an einer stehenden erwachsenen Figur. Eine kniende Maria, ein sitzender Hirte oder das Jesuskind ist entsprechend kleiner, gehört aber dennoch zum gleichen Maßstab. Deshalb sollten nicht einfach die tatsächlichen Höhen unterschiedlicher Figuren miteinander verglichen werden.
Bei einer bestehenden Sammlung sollte außerdem die Ausführung übereinstimmen. Naturbelassene, gebeizte und bemalte Figuren können selbst bei identischem Modell sehr unterschiedlich wirken. Wer seine Krippe später erweitern möchte, sollte sich deshalb Serie, Größe und Ausführung möglichst notieren.
Figuren verschiedener Serien miteinander zu kombinieren ist grundsätzlich möglich, erfordert aber ein gutes Auge. Selbst bei gleicher Größenangabe können sich Körperproportionen, Stil und tatsächlicher Maßstab unterscheiden. Besonders unmittelbar nebeneinander fallen solche Unterschiede schnell auf.
Wer eine neue Krippe plant, sollte daher früh überlegen, wie groß Figuren und Krippenstall sein sollen und ob die gewählte Serie genügend Möglichkeiten für spätere Erweiterungen bietet. Wer Figuren und weitere Bestandteile von Anfang an aufeinander abgestimmt auswählen möchte, findet in einem Krippenset eine praktische Alternative zum schrittweisen Zusammenstellen einzelner Elemente. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Welche Krippengröße passt zu mir?“.
12. Krippenfiguren aus Holz – Handwerk für viele Weihnachtsfeste
Eine hochwertige Krippenfigur entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Künstlerischer Entwurf, Auswahl des Holzes, Schnitzarbeit und Oberflächengestaltung bestimmen gemeinsam, welchen Ausdruck die fertige Figur erhält. Ob dabei Ahorn, Linde, Esche oder Zirbelholz verwendet wird und die Figur naturbelassen, gebeizt oder bemalt ist, führt zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen.
Dabei bedeutet traditionelle Holzschnitzerei heute nicht zwangsläufig, dass jeder Arbeitsschritt ausschließlich mit dem Schnitzmesser ausgeführt wird. Moderne Verfahren können die Herstellung unterstützen. Entscheidend bleibt, wie sorgfältig eine Figur gestaltet und handwerklich ausgearbeitet wird – besonders dort, wo Ausdruck und Charakter entstehen: im Gesicht, an den Händen, in den Gewändern und bei den vielen kleinen Details.
Auch das Naturmaterial selbst trägt dazu bei, dass Holzfiguren ihren eigenen Charakter besitzen. Maserungen, Farbunterschiede und natürliche Strukturen können von Figur zu Figur variieren. Bei naturbelassenen Arbeiten treten sie besonders deutlich hervor, während Beize und Bemalung der geschnitzten Form eine zusätzliche gestalterische Ebene verleihen.
Wer Krippenfiguren auswählt, sollte deshalb nicht nur auf Größe oder Preis achten. Eine Figur sollte handwerklich überzeugen, zur eigenen Krippe passen und vor allem persönlich gefallen. Denn gerade Gesichtsausdruck, Haltung und Gestaltung entscheiden häufig darüber, welche Figur uns besonders anspricht.
Gut gepflegte Krippenfiguren aus Holz können schließlich weit mehr als eine Weihnachtszeit begleiten. Manche Krippen wachsen über Jahrzehnte, werden jedes Jahr wieder aufgebaut und später innerhalb der Familie weitergegeben. So verbindet eine geschnitzte Krippenfigur traditionelles Handwerk mit einer ganz persönlichen Weihnachtsgeschichte.
KRIPPENFIGUREN AUS HOLZ
Entdecken Sie Krippenfiguren aus Holz
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